Die Zusammenkunft (Teil 5-9 )
Salandra und Ghani




Teil 5

Vorkommende Charaktere
Vistin von VisTina
Methos aus Highlander
Lili Marquette aus MEFC
Amy und ihr Vater Joe Dawson aus Highlander
Sowie Augur und Liam Kincaid aus MEFC.
Und jede Menge Andere (so etwa 6 Milliarden Menschen und alle Thaelons, Jaridians und alles andere was so auf der Erde kreucht und fleucht, und natürlich die Erde selbst. Diese Charaktere gehören wieder dieser großen amerikanischen Firma, welche Unmengen Kohle mit den Urheberrechten scheffeln könnten.)

Zeit
2012 oder 2013 auf und über der Erde
Disclaimer: Dies ist der fünfte Teil unserer Highlander- MEFC Crossover- Story. Die auftretenden Charaktere gehören weder Ghani noch mir, sondern den großen Amerikanischen Filmfirmen die damit einen Haufen Kohle scheffeln. Und wir gehen leer aus, Unverschämtheit. ? "Vistin" gehört VisTina und ich/ wir verwenden sie mit ihrem Einverständnis. Um ein wenig mehr über sie zu erfahren, lest doch die Geschichte "Trugbilder" von ihr, oder die, die in naher Zukunft bei Christina veröffentlicht werden.
Ach ja, und ehe wir es vergessen (wir hätten das schon bei Teil eins sagen sollen): Dieser Zyklus gehört ganz alleine MIR, äh, ehe ich meinen Kopf verliere sage ich doch lieber Uns, und darf von niemanden ohne unsere Erlaubnis kopiert werden.
Ganz besonderer Dank geht an VisTina, die sich die Mühe gegeben hat, die Ausdünstungen unserer kranken Phantasie Beta zu lesen und einige Verbesserungen mit eingebracht hat.
Danke, VisTina.
Außerdem entschuldigen wir uns hier für den Schock, den wir euch beigebracht haben. Methos Reaktion ist nicht auf seine Krise zurückzuführen. Wer die "Apokalyptischen Reiter" gesehen hat, kennt diese Ader in ihm besonders gut, und den Mefc Fans würden wir empfehlen, diese Folge als ein Muß der Serie Highlander zu betrachten, sie zeigt Methos Beweggründe und erklärt seinen Charakter besser als jede andere Folge.
So, aber nun zur langersehnten Fortsetzung von Zusammenkunft(4), die ja bekanntlich mit Methos Verrat endete.

I. Bargeschichten

Les Blues Bar, Tage später

Die Sonne war bereits untergegangen und färbte den klaren pariser Nachthimmel violett. Eine junge Frau schlich vorsichtig durch die Stadt, bewegte sich langsam auf das Etablissement des alten Kriegsveteranen Joe Dawson zu.
Sie schlug die Schwenktür heftig auf und trat in die düstere Bar. Heute abend war diese geschlossen, nur für private Gäste zugänglich. Cassandra war einer dieser Gäste, welche Joe heute abend erwartete.
Der alte Mann saß auf einem Barhocker am Tresen und trank einen Whiskey, als er die Tür zuschlagen hörte und Cassandra bemerkte. Langsam dreht er sich zu ihr um und lächelte sie zaghaft an.
"Schön, das du überlebt hast.", sagte er mit Erleichterung.
Cassandra kam auf ihn zu, legte ihm eine Hand auf die Schulter und setzte sich zu ihm an die Bar. "Warum sollte ich denn nicht überlebt haben?", fragte sie so beiläufig wie möglich.
Joes Gesichtsausdruck versteifte sich. "Du hast also nichts von der Thaelonaktion gegen uns und die Unsterblichen mitbekommen?"
Cassandra schüttelte den Kopf. "Ich war in... sagen wir, ich habe mich um alte Zeiten gekümmert. Dort wo mich deine Leute eben gefunden haben."
Joe lächelte plötzlich. "Du hast dich verkrochen?"
Die Priesterin lächelte ebenfalls. "Ja, das habe ich. ...Und nun bitte ich dich, mir zu verraten, warum ich so schnell wie möglich, ausgerechnet hierher kommen sollte?"
Joe stockte. Er starrte auf die Tür, als warte er auf jemanden. Plötzlich wurde es außerhalb der Bar taghell, Wind kam auf. Augenblicke später, Cassandra starrte nun auch zur Tür, verschwanden Licht und Wind. Wenige Sekunden vergingen, ehe die Bartür aufgestoßen wurde und drei Personen das nächtliche Lokal betraten.
Joe erhob sich mühsam und winkte den dreien näher zu kommen und sich zu setzen.
Cassandra beäugte die Menschen argwöhnisch. Es handelte sich um eine ziemlich gutaussehende Frau, einen, Cassandra mußte Lächeln, knackigen jungen Weißen und einen glatzköpfigen, nein, er hatte einen kurzen geflochtenen Pferdeschwanz, Farbigen.
Joe machte Cassandra mit den drei Neuankömmlingen bekannt und schenkte ihnen etwas zu trinken ein.
Der junge Weiße, nun bekannt als Liam Kincaid, drängte Joe nach einer Erklärung.
"Nun", antwortet er zaghaft, "diese ‚junge' Dame hier", er deutete auf Cassandra, "ist älter als sie aussieht."
Cassandra warf Joe einen eisigen Blick zu. Sie wollte etwas erwidern, wurde aber von Lili Marquette hastig abgewürgt. "Sie sind also auch unsterblich?"
Cassandra seufzte. Die Beobachter konnten kein Geheimnis mehr für sich behalten. "Ja, meine Liebe, ich bin unsterblich. Wieso auch?"
Lili wollte ansetzten, ihr eine Erklärung abzugeben, doch Joe unterbrach sie. "Sie will damit sagen, das nicht mehr so viele von euch existieren. Die Thaelons haben eure Vernichtung angeordnet."
Cassandra klappte die Kinnlade herunter. "Ich wußte, ich hätte nicht hierher kommen sollen."
Joe grinste. "Ich habe dich hierher gerufen, um dir einen Vorschlag zu unterbreiten. Diese drei Leute hier sind vom Widerstand gegen die Thaelons und ich möchte, das du sie begleitest, mit ihnen verschwindest."
Augur lachte. "Noch einen von der Sorte ertrag ich nicht!"
"Du sollst sie nicht bei dir aufnehmen, für eine Unterkunft werde ich sorgen.", meinte Lili.
Joe aber winkte ab. "Sie wird nicht mit euch gehen, ich habe beschlossen, die restlichen Beobachter und ich werden sich dem Widerstand anschließen. Gemeinsam können wir sie vielleicht aufhalten."
Cassandra hatte sich noch immer nicht beruhigt, starrte weiterhin mit offenem Mund die drei an. "Wie viele von uns gibt es noch?"
Joe zog tief die Luft ein. "Ich weiß nicht genau, ein paar. Vielleicht zehn."
"Ja, aber die Thaelons arbeiten jetzt mit IHM zusammen, besser gesagt, er ist zu ihnen gelatscht und hat eine Art Vorstellungsgespräch geführt. Zo'or hat IHN mit Freuden seiner kleinen Nichte zur Seite gestellt.", erklärte Liam kurz angebunden.
Joe starrte den Kimera verblüfft an. "Er hat was getan?!"
Augur zuckte die Schultern. "Uns mißbraucht und dann weggeworfen."
Cassandra verstand gar nichts mehr. "Von wem redet ihr eigentlich?"
Joe lächelte zaghaft. "Von ihm da.", meinte er und zeigte auf die Tür, welche sich gerade öffnete. Cassandra zuckte zusammen, ein Unsterblicher.
Die Widerstandsmitglieder drehten ebenfalls die Köpfe Richtung Tür und erkannten ihren Verräter.
"Du?!", Cassandra sprang auf, zog ihr Schwert und hechtete in Richtung Tür.
Methos erkannte seine alte Freundin fast im gleichen Augenblick und schlug die Tür entsetzt vor ihrer Nase zu.
Cassandra kreischte. "Verdammt, komm zurück, du Feigling!" Sie wollte gerade die Tür aufreißen und ihm hinterherrennen, als Joe ihr Einhalt gebot. "Cassandra, beruhige dich. Ich habe ihn hierher gebeten."
Sie wandte sich um und starte Joe bestürzte an. "Warum?!"
Auch Liam und Augur fragten ihn gleichzeitig. "Warum?!"
Joe lächelte. "Gleich. Ich hole ihn erstemal wieder rein."
Methos aber schien Joes Worte gehört zu haben, oder er war zumindest nicht weit gelaufen, denn er erschien im gleich Augenblick in der Tür. Warf Liam einen eisigen Blick zu, zischte Cassandra irgend etwas unverständliches zu und ließ sich wortlos auf einen Stuhl sinken.
Die Anwesenden starrten oder knurrten ihn an, sagten aber nichts mehr.
Joe erhob nach wenigen Sekunden das Wort. "Ich möchte, das hier einiges klargestellt wird."
"Und dazu bittest du diese Hexe hierher?!", zischte Methos kalt. Cassandras Blick schien ihn gerade zu durchbohren.
"Was soll denn hier klargestellt werden?", fragte Lili mit einem scharfen Unterton.
"Erstens, warum Methos jetzt für Mr. Außerirdischer arbeitet. Zweitens, warum Cassandra noch lebt, wo ich sie doch so leicht gefunden habe und drittens, wie wir Vistin am schnellsten und kostengünstigsten loswerden.", erklärte Joe.
"Wer ist Vistin?", fragte Cassandra.
Methos lachte kalt. "Eine weitere Episode, du kennst sie."
Sie funkelte ihn wütend an. "Wer ist Vistin?", fragte sie ein zweites Mal mit mehr Nachdruck. "Eine deiner Sklavinnen?"
Methos grinste eisig. "Das errätst du niemals!"
"Methos!", herrschte Joe ihn an. "Wer ist sie?"
"Ist ja schon gut. Sie ist meine Nichte. Kronos Tochter."
Cassandra starrte an ihm vorbei die Wand an. "Er hatte eine Tochter?"
"Nein!", sagte Methos genervt. "Er hat sie adoptiert, weil sie unsterblich werden würde, sie dafür ihren Stamm verraten hat und weil sie genauso kalt und hinterhältig ist wie er. Also, Schätzchen, wenn du leben willst, halte dich von ihr, nein, von uns fern!"
Cassandra zuckte zusammen, verstummte aber augenblicklich.
Augur hingegen war dermaßen neugierig, das er sich einer Frage nicht erwehren konnte. "Wer ist Kronos?", fragte er, an Joe gerichtet. Er, Liam und Lili hatten Methos bis jetzt noch keines richtigen Blickes gewürdigt, starrten immer nur an ihm vorbei, genauso wie Cassandra.
Joe schüttelte den Kopf. "Das ist nicht mein Part, Junge. Frage einen der beiden.", sagte er und deutet auf Methos und Cassandra. "Sie kennen ihn ziemlich gut."
"Zu gut.", zischte Methos und starrte an die Decke. Cassandra blickte ebenfalls weg, anscheinend wollte sie sich nicht an ihn erinnern.
Aber Augur gab nicht auf, als keiner der beiden Anstalten machte, seine Frage zu beantworten. "Also, wer ist er?"
Cassandra dachte nach, Augur zu erklären wer Kronos war, könnte Methos wieder einige Sympathiepunkte bei den anderen kosten. Also entschloß sie sich, den ersten Schritt zu wagen. "Er war einer der vier Reiter des Bösen."
Methos knurrte angewidert, blieb aber dennoch ruhig.
Cassandra grinste. Langsam gefiel ihr das Spiel "Und er", sie deutet abfällig auf Methos, "war auch einer von denen."
Methos prustete herablassend. "Schonmal was von Gruppenzwang gehört?"
Cassandra überging diese Bemerkung geflissentlich, wartete auf eine Reaktion seitens der Widerstandsmitglieder. Doch die starrten Methos nur an.
Also fuhr Cassandra fort. "Ich sehe sie immer noch vor mir, sie waren Bestien. Sie ritten durch die Welt die wir kannten und brachten Terror und Tod, wo sie auftauchten erstarb das Leben, sie kannten keine Gnade, sie kannten keine Furcht....."
Cassandra erzählte den anderen nun in allen Einzelheiten ihre Erlebnisse mit den Reitern, die Ereignisse in Bordeaux (wir werden das jetzt nicht erklären, spätestens hier solltet ihr die Reiter der Apokalypse eins und zwei gesehen haben, wenn nicht, sagt uns Bescheid und ihr bekommt das Video oder das Wiederhohlungsdatum von VOX) und um ihren Haß auf Methos zu unterstreichen, ließ sie keine Chance aus, um ihn niederträchtiger und verräterischer erscheinen zu lassen.
"Du bist eine Hexe!", zischte Methos, als sie scheinbar geendet hatte.
Aber sie war noch nicht fertig. "Du hast erst Duncan verraten und dann deine Brüder. Glaubst du, dir wird noch mal jemand trauen können?"
Wieder brummte Methos zornig, enthielt sich jedoch jeden Kommentars.
"Bist du deswegen zu Zo'or gegangen, um uns zu verraten?", zischte Liam.
Methos jedoch schüttelte den Kopf. "Wenn ich euch verraten wollte, würdet ihr schon lange tot sein. Ihr sollt meinetwegen weitermachen, aber haltet euch von mir fern, und versucht nicht, mich um Hilfe zu bitten!"
"Warum bist du denn zu Zo'or gegangen?", fragte Lili, "Wenn nicht um uns zu verraten?"
"Das werdet ihr noch früh genug erfahren.", zischte Methos.
"Und so jemanden habe ich für einen Freund gehalten. Einen tausendfachen Mörder und Vergewaltiger.", Liam schüttelte enttäuscht den Kopf.
Methos sprang auf und breitete die Hände vor sich aus. "Siehst du, Joe! Es ist immer das gleiche. Niemand versteht es!"
Liam wurde zornig. "Dann erkläre es uns, verdammt noch mal!"
Methos ließ die Hände wieder sinken. "Wenn du nicht so jung wärest, würdest du wissen, wie die Welt sich geändert hat. Nicht wahr, Cassandra? Wie sich einige Menschen geändert haben. Nicht wahr, Weib?"
Cassandra ging nicht auf seine Anspielungen ein, sondern nippte weiter an ihrem Getränk.
Methos fuhr leidenschaftlich fort. "Ja, ich habe getötet und gemordet, gebrandschatzt und geplündert. Aber was bedeutet das schon? Ich habe es nicht getan, weil ich mich bereichern wollte. Nein, weil ich es mußte, weil es von mir verlangt wurde. Und, habe ich damals in Bordeaux nicht bewiesen, dass ich es nicht mehr wollte, dass ich mich geändert hatte. Aber das könnt ihr ja nicht verstehen, ihr seid ja alle durch die Reihe weg Idealisten! Bloß keinen töten, bloß kein Blut vergießen. Haltet immer gleich beide Wangen hin, wenn sie euch schlagen.
Glaubst du denn Liam, die Taelons hätten diese Vernichtungsaktionen gewagt, wenn ihr ein bißchen aktiver gewesen wärt? Ihr habt euer eigenes Grab mit Freuden ausgehoben. Doch ich werde nicht dabei zusehen, wie ihr diesen Typen auch noch dabei helft, die restliche Menschheit in feuchte Erde zu betten."
Liam starrte ihn schockiert an. "Du bist immer noch gegen meine Vorgehensweise?"
Methos nickte eifrig. "Du und deine Freunde seid nichts als ein paar kleinkarierte Hinterbänkler, die keine Ahnung haben von der großen weiten und grausamen Welt. Ihr könnt nicht alle Probleme mit Diplomatie ins Nichts schleudern. Vertreibt diese Außerirdischen, tretet sie kräftig in den Hintern und schleudert sie aus eurer Galaxis, tut was ihr wollt, aber TUT etwas!"
Methos holte tief Luft.
"Heißt das, du wirst wieder mit uns zusammenarbeiten?", fragte Augur hoffnungsvoll.
Methos schüttelte den Kopf, ein brennender Funke glomm in seinen blauen Augen auf. "Nicht in diesem Leben. Ich werde euch nicht verraten, aber werde nicht mit euch untergehen. Ich will leben, um jeden Preis, egal wer dabei draufgeht. Ich bin der Tod, mich wird es immer geben!"
"Die Taelons werden untergehen, mit oder ohne deine Hilfe!", herrschte Liam ihn an.
"Nein, mein Freund. Die Thaelons werden siegen und ich mit ihnen. Ihr werdet sterben, alle miteinander. So war ich hier stehe, werdet ihr untergehen, doch ich werde überleben."
"Und wenn sich herausstellen sollte, das die Thaelons verlieren, wirst du dich dann uns anschließen? Wirst du dann dem Sieger folgen, wie du es schon einmal getan hast?", fragte Cassandra scharf.
Methos drehte den Kopf zu ihr und starrte sie verblüfft an. "Du willst ihnen helfen? Du, die nicht einmal ihren ärgsten Feind besiegen kann?"
"Oh, ich könnte dich töten. Aber ich habe versprochen, dich niemals zu töten. Weißt du noch?"
Methos Blick verdunkelte sich, langsam ließ er die Hände sinken und die Leidenschaft verglühte in seine Augen. Scheinbar in Gedanken versunken starrte er auf Duncans Platz an der Bar. "Du bist nicht mehr an dein Versprechen gebunden.", sagte er leise.
Cassandras Blick wurde schüchtern. "Was soll das bedeuten?", fragte sie zaghaft, aber insgeheim kannte sie die Antwort, wagte nur nicht, sie selber auszusprechen.
Methos lachte auf. "Weil er tot ist, tot, tot, tot. So tot wie Silas, Caspian und Kronos. So tot wie Amanda und ... Alexa. Tot, tot, tot......"
"Hör auf!", schrie Cassandra. "Hör auf!"
Aber Methos hörte nicht auf, er lachte weiter, schlug hastig mit den Armen und wanderte durch die Bar. "Ja, schrei nur, sie werden dich nicht hören. Sie sind alle tot, von ihr getötet oder von mir!", er lachte wieder, diesmal hysterisch, vielleicht ein bisschen angstvoll.
"Und bald werden wir auch dort sein, im Reich der Toten. Und Vistin wird lachen und jauchzen, sie wird siegen und wir werden verlieren, alle."
"Heißt das, du kämpfst mit uns?", fragte Augur ein zweites Mal.
Methos hielt inne und starrte ihn an. "Ich werde leben, egal mit wem ich kämpfe."
"Das hat doch keinen Zweck!", schrie Liam. "Du wirst dich nicht um entscheiden, also geh' endlich wieder zu deiner Vistin und ihrem Zo'or. Kämpft gegen den Widerstand und tötet Unsterbliche, aber verrate uns nicht, darum bitte ich dich. Tu es nicht."
Methos drehte sich zu ihm. "Nein, junger Freund, ich werde euch nicht verraten.", sagte er ganz ruhig, seine Stimmung hatte sich von einer Sekunde auf die andere gewandelt. Er stand nun total ruhig vor Liam. "Ich werde niemanden mehr verraten, weder euch noch die Beobachter."
"Die Beobachter existieren nicht mehr. Wir haben uns dem Widerstand angeschlossen.", sagte Joe standhaft.
"Dann kämpft um euer Leben. Kämpft gegen wen auch immer, verteidigt nur euren Planeten.", sagte Methos langsam, als er geendet hatte drehte er sich um und ging Richtung Tür.
"Du irrst dich, wenn du meinst wir würden verlieren.", rief ihm Lili nach.
Methos hielt inne und drehte sich nochmals um. "Das hofft ihr, ob es sich bewahrheitet werden wir bald wissen. .........Noch eins, Lili", sagte er und legte ihr eine Hand auf die Schulter, "Halte dich besonders von Vistin fern. Und ihr anderen, haltet euch nach diesem Abend von mir fern. Ich glaube nicht, das ich euch helfen kann."
Als der alte Mann das Lokal verließ, sagte Liam abschließen: "Das werden wir ja noch sehen, Methos."

II. Das Licht am Ende des Tunnels

[...] Mutterschiff

Captian Lili Marquette ging, wie jeden verdammten Morgen auf diesem verdammten außerirdischen Raumschiff, zur Brücke. Sie hatte von Sandoval den Auftrag erhalten einen Sensorscan des Schiffes vorzunehmen und ganz nebenbei sollte sie auch noch einen Weg finden die Unsterblichen zu lokalisieren, damit dieser Idiot von einem Implantanten dann den ganzen Planeten nach sehr alten Menschen abscannen konnte. Das sollte sie tun, aber was würde sie tun? Sicher nicht das, was sie nach dem Willen eines Colaborateurs tun sollte. Cassandra war der Ansicht gewesen Zo'or zu zeigen, wie leicht er sterben konnte, wäre eine gute Idee um ihm zu beweisen, das man sich nicht mit dem Widerstand, den Unsterblichen (oder denen die noch übrig waren) und den Beobachtern anlegte. Also sollte sie eine kleine Sabotage am Schiff vornehmen. Nichts ernsthaftes, aber wirkungsvoll. Da'an war nicht auf dem Schiff, dem Sympathisanten der Menschen würde also nichts zustoßen können, aber ganz sicher dessen Sohn.
Sie sollte nur den Interdimensionsantrieb überlasten, das ganze sollte nicht einmal gut getarnt werden. Nein nur ein Großteil des Schiffes sollte zerstört und ein paar Wesen getötet werden.
Eigentlich wollte sie nur Zo'or loswerden, aber natürlich würde niemand wissen wer ihn getötet hatte, vielleicht sollte es einfach nur ein Unfall sein. Wäre der jetzige Synodenführer tot, würde Da'an seinen Platz einnehmen, Liam einen sehr wichtigen Posten erhalten, Ronnie sehr tief fallen und Vistin und ihr Onkel hätten nichts mehr zu lachen (wahrscheinlich wären sie sogar arbeitslos!).
Endlich hatte sie die Brücke erreicht und bewegte sich direkt zu ihrem Terminal, versuchte sich so normal wie möglich zu verhalten. Hoffentlich ging Liams Uhr richtig.
In den letzten Jahren hatte sie sich immenses Wissen über dieses Schiff angeeignet, sie wusste sogar mehr als mancher Ingenieur, dieses Wissen würde sie nun effektiv nutzen.
Als sie endlich das tischähnliche Terminal erreicht hatte begann sie mit der Arbeit. Um nicht aufzufallen führte sie nebenbei diese Diagnose durch und legte sie in ein Fenster, welches jeder Zeit den ganzen Bildschirmbereich einnehmen konnte.
Zehn Minuten später hatte sie ihre Arbeit auch schon beendet, der Timer stand auf 20 Minuten. Genau im richtigen Augenblick meldete sich ihr Global zu Wort.
"Ja!" Perfektes Timing!
"Captian Marquette? Mein Shuttle ist defekt, könnten sie Da'an auf das Mutterschiff bringen?", fragte der ungewöhnlich seriös klingende Liam Kincaid.
"Ja, natürlich Liam, sofort.", sagte Lili höchst erleichtert über seinen pünktlichen Anruf und begab sich sofort zur Shuttlerampe.
Plötzlich hielt sie inne. Jemand rief ihren Namen. Lili drehte sich um und erblickte Zo'or, wie er ihr mit kleinen trippelnden Schritten hinterherrannte.
"Captian Marquette, sollen Sie nicht eine Ebene 3 Diagnose durchführen?" (Dilla, Achtung!, das ist Star Trek, extra für dich!)
Lili stockte. "Ich bin gerade damit fertig geworden und muß jetzt Da'an von der Oberfläche abholen."
Zo'or nickte. "In Ordnung. Und was ist mit dem Unsterblichenproblem?"
"Darüber mache ich mir später Sorgen. Da'an wird ungeduldig werden, wenn ich mich nicht beeile."
"Gut, Captian."
Plötzlich hallte der Alarm. Eine blecherne Stimme ertönte. "Überlastung im Interdimensionsantrieb. Voraussichtliche Explosion in 1 Minute."
Lili stockte und überlegte. Habe ich den Timer nicht auf 20 Minuten gestellt? Na, anscheinend nicht!, hallte ihr imaginärer Moralapostel.
Zo'or begab sich augenblicklich zu seinen Terminal, das Schiff bebte, der Companion ließ sich aber dadurch nicht beirren und hämmerte wild weiter.
Sandoval kam hereingestürzt und wollte seiner eigentlichen Bestimmung als Companionbeschützer nachgehen. Nur ergaben sich aus den Umständen einige Probleme, denn der Synodenführer wollte nicht beschützt werden und streckte seinen Oberintriganten mit einem gezielten "Nein!" und einem Energiestoß nieder. Sandoval flog doppelt soweit wie normal und sackte schließlich and der Außenwand des Schiffes klebend zusammen. Zo'or verharrte einige Momente in seiner Abwehrstellung, tippte aber dann wieder ungeniert weiter. Er beachtet den wie eine tote Fliege an der Wand klebenden Asiaten gar nicht mehr. Dessen Augen traten aus ihren Höhlen hervor und wiesen stark gerötete Ränder auf. Sein Mund verzerrte sich zu einer schrillen Maske, seine Zunge klebte quer vor dem Mund, Speichel tropfte aus dem rechten Mundwinkel.
Kurz bevor der Antrieb explodieren sollte, schaffte diese niederträchtige rotzrattendämliche (Lilis Gedankengänge) Karikatur eines Synodenführers den Interdimensionsantrieb abzustoßen.
Eine lange Schlange von Plasmasträngen verließ das Schiff durch einen Ausgang, welcher bis vor wenigen Sekunden noch nicht existiert hatte. Das Gebilde verharrte im freien Raum, wenige Sekunden nur war es ganz still. Die Ruhe vor dem Sturm.
Plötzlich war ein tosendes Gemurmel zu vernehmen. Durch die gigantische Druckwelle erbebte das ganze Mutterschiff. Der vor wenige Sekunden noch violett schimmernde Plasmastrom wurde augenblicklich von Feuerschlieren durchzogen und explodierte.
Das Schiff schüttelte sich ein letztes mal, die Brücke wurde vom gleißendem Licht der Explosion geflutet und dann war es still.
So hatte sich Lili das ganze nicht vorgestellt. Warum machte sich diese verdammte Überlastung so schnelle bemerkbar? Sie hatte keinen Fehler begangen, das hoffte sie jedenfalls inständig. Andererseits konnte sie dies unmöglich überprüfen, aber wahrscheinlich würde man jetzt so oder so herausfinden das sie für diese bombastische Demonstration ihrer Widerstandstauglichkeit die Verantwortung trug.
Durch die Explosion wären alle Daten zerstört worden, oder wären unmöglich zu deuten gewesen. Man hätte weder sie, noch jemand anderen dafür verantwortlich machen können, da sie sich im Augenblick der Explosion auf der Erde mit einem perfekten Alibi, namens Da'an, befunden hätte.
Irritiert starrte der Synodenführer seine Untergebene an, welche Gedankenverloren die Wand anstarrte. "Captian Marquette?!", rief eine blecherne Stimme hinter ihr.
Sie schreckte hoch und starrte Zo'or vorwurfsvoll an. "Ja! Was?"
Wie kann dieses Etwas mich ausgerechnet JETZT stören, wo ich doch gerade eine Gästeliste für seine Beerdigung zusammenstelle.
"Was tun sie noch hier? Sie sollten doch Da'an abholen, ich brauche ihn jetzt unbedingt!"
Lili fröstelte. "Jetzt noch? Brauchen sie mich nicht zur Spurensicherung?"
"Spurensicherung?! Es war ein Unfall, ganz sicher hat irgendein menschlicher Techniker versagt!"
"Ich fliege!", rief sie im hinausgehen. Langsam, bloß nicht zu schnell! Ganz ruhig, Liebes, ganz langsam. Ein Techniker, keine Pilotin.
Trotz ihrer Selbstbeherrschung ging Lili immer schneller und schneller. Innerlich zerriß sie der Gedanke so kurz vor dem Ziel noch entdeckt zu werden, aber was konnte ihr schon passieren? Der Sabotageakt war ein Rückschlag, wurde nicht als Sabotage klassifiziert und ihre Raserei konnte man immer noch als Übereifer deuten, immerhin sollte sie schon vor Minuten auf der Erde sein.

Trainingsraum 3, kurz vor dem Unfall


Ein wütender Angriffsschrei Vistins hallte durch den Trainingsraum, mit unbeschreiblicher Schnelligkeit sprang sie auf ihren Onkel zu, welcher ihren Anriff mit kräftigen Schlägen abwehrte. Ein leises Kichern entsprang seiner Kehle, als Vistin zurück geschleudert wurde und ihn mit zornigen Blicken durchbohrte.
"Langsam Liebes, mit Wut erreichst du gar nichts, du mußt deine Kraft kontrolliert einsetzten. Schau mich an, ich bin die Ruhe selbst, habe dich somit voll und ganz unter Kontrolle."
Vistins Atem ging schnell und unregelmäßig. "Leck mich", keuchte sie, setzte sich im Schneidersitz auf den Boden und zog einen Hand langen Dolch aus ihrem Stiefel.
"Irgendwoher kenne ich den.", spekulierte Methos, während es sein Schwert beiseite legte und sich ihr gegenüber niederließ.
Vistin lächelte: "Den hast du angefertigt, in zweifacher Ausführung..."
"...einen für dich und einen für deinen Vater", vollendete er ihren Satz.
Wie der, den ich vor 19 Jahren im Herzen stecken hatte... Was für ein Herz?
"Willst du mich damit etwa vergiften?", mutmaßte er.
Vistin grinste und kramte einen kleinen Lederbeutel aus ihrer Handtasche hervor. "Nicht heute, vielleicht wenn ich wieder verliere, jetzt vergifte ich erstemal niemanden, doch für alle Fälle werde ich ihn neu glasieren. Dafür hast du die Oberfläche extra angerauht. Sie verteilte etwas von dem weißen Pulver auf das Messer, holte ihr Feuerzeug aus der Tasche und schwenkte den Dolch in der bläulichen Flamme.
"Und für wen machst du dir so viel Arbeit?", fragte Methos höchst interessiert.
"Irgendwie hab' ich das Gefühl, das ich es heute noch gebrauchen könnte.", sinnierte sie, und steckte es an ihren Gürtel.
"Willst du es nicht wieder in der Stiefeltasche verstauen?", fragte Methos.
"Nein, am Gürtel ist es mir nützlicher.", sagte Vistin.
Langsam erhob sie sich und zog wieder ihr Schwert. "Laß uns fortfahren."
Sie streckte Methos hilfreich eine Hand entgegen und zog ihn hoch. "Ach", stöhnte er, während er langsam ächzend auf die Beine kam. "Ich bin schon zu alt für solche Spielchen. Wollen wir nicht morgen weitermachen?"
Plötzlich ertönte ein automatischer Alarm und eine nette Frauenstimme warnte vor einer bevorstehenden Überlastung des Interdimensionsantriebes. "Was soll das?", fragte Vistin erstaunt und starrte auf den Gang hinaus. Menschen rannten aufgeregt vor der türähnlichen Öffnung hin und her, schrien sich gegenseitig Befehle zu.
"Ich habe nicht die leiseste Ahnung.", raunte Methos, und schob sich an ihr vorbei aus der Tür. "Am besten wir gehen mal zu Zo'or.", sagte Vistin und schob ihren Onkel mit sanfter Gewalt vor sich her in Richtung Brücke.
"Geh' du lieber vor, ich kenne mich hier nicht zu gut aus.", sagte Methos und stieß Vistin vor sich.
"Gut, wie du meinst.", bestätigte Vistin und ging eilig Richtung Brücke.
Plötzlich kam ihr Captian Marquette entgegen gerannt, viel zu schnell.
Methos stöhnte. Sollte Lili sich nicht von ihr fernhalten?! Wieso gebe ich ihnen eigentlich so hilfreiche Tips, wenn sie sich eh' nicht daran halten?
Lili rannte den Flur hinunter, in der großen Aufregung fiel das natürlich überhaupt nicht auf, nur das sie eben sehr viel schneller rannte als alle Anderen. Immer noch in Gedanken versunken, hoffend niemand würde auf die Idee kommen es sei Sabotage gewesen, hastete sie durch einen engen Nebengang Richtung Shuttlerampe. Am Ende dieses Weges zeichnete sich bereits die helle Neonbeleuchtung des Startraumes ab, nur noch wenige Meter und sie hatte ihr vorläufiges Ziel erreicht.
Plötzlich tauchte ein dunkler Schatten vor ihr auf, wurde größer und wieder kleine. Ihr blieben nur wenige Augenblicke um zu entscheiden ob der Durchgang zwei Personen verkraften konnte, aber ein Umweg würde zu lange dauern. In Gedanken versunken hatte die Pilotin jedoch vergessen, ihr Tempo zu drosseln, um sich an der Person vorbei zu quetschen. Also drängte sie sich in voller Geschwindigkeit an Vistin vorbei.
Sollte ich mich nicht von der fernhalten? Wie der schon wieder guckt!
Gerade als sie die verhasste Unsterbliche passiert hatte, verspürte sie einen brennenden Schmerz an der linken Hüfte. Tausende winzige Sterne tanzten vor ihren Augen, sie konnte spüren wie Brechreiz ihre Speiseröhre empor kroch. Augenblicklich entluden sich diese Empfindungen mit einer Schmerzexplosion in ihrem Kopf ...dann war alles vorbei. Kein Schmerz, keine Übelkeit.
Was war das denn? Egal!
Lili rannte weiter, hielt sich aber automatisch die linke Hüfte, sie spürte eine mollige Wärme an ihren Fingern, der vermeintliche Ursprung war taub.
Ohne auf den wieder auftretenden Schwindel zu achten, ging sie zu ihrem Shuttle, nahm die gewohnte Startposition ein und ging ihrem Auftrag nach.

Enger Durchgang, außerhalb Trainingsraum 3

Methos starrte Captian Marquette nach, wie sie taumelnd und wankend den Gang hinunter hechtete. "Vistinchen, ich glaube du hast gerade jemanden vergiftet."
Die Angesprochene drehte sich zu ihm um und konnte gerade noch erkennen, wie Lili im Startraum verschwand. "War ja nur Captian Marquette, ist noch nicht einmal Blut an meinem Dolch. Vielleicht überlebt sie ja.", wehrte sie ab und ging weiter Richtung Brücke. "Komm, Onkel. Ich will wissen, was der Alarm zu bedeuten hatte."
Methos starrte weiterhin Richtung Startrampe, er war sicher, Lili würde den nächsten Morgen vielleicht nicht erleben. Ich muß Liam benachrichtigen, er sollte sich um sie kümmern. Irgend jemand sollte sich ihre Verletzung anschauen und sie versorgen, dann wären ihre Überlebenschancen größer.
"Engelchen? Was war das für ein Gift?", fragte Methos. Vielleicht konnte er ja ein Gegenmittel besorgen.
"Och, keine Ahnung. Hab' ich von Dady."
Methos stöhnte. Arme Lili.

III. St. Ashlar

Shuttle

Lili wurde müde, die Ammaturen verschwommen langsam. Nein, nicht schlafen, bleib wach!
Lili schreckte hoch, sie wankte ein wenig, aber ihr Blick klärte sich langsam wieder. Was war nur mit ihr los.
Der brennende Schmerz kehrte zurück. Lili stöhnte auf und krümmte sich nach vorne. Nein, nicht jetzt. Reiß dich zusammen!
Ächzend kam sie wieder in eine normale Sitzposition, der Schmerz pochte, verlangte gierig nach Aufmerksamkeit. Aber Lili würde ihn ignorieren. Vielleicht verschwand er auch einfach wieder. Hoffentlich.
Schweißperlen tropften ihr in die Stirn und verschleierten ihr die Sicht auf die Schaltelemente. Genervt wischte sie sich die Körperflüssigkeit mit dem Unterarm weg. Endlich konnte sie wieder den Raum erkennen, vor ihr erschien der blaue Planet, wuchs immer schneller an.
Erleichterung machte sich in ihr breit. Nur noch wenige Minuten und sie würde dieses beengende Shuttle verlassen können. Nur nicht aufgeben. Marquette, du bist ein Soldat, also benimm dich auch so.
Sie verkrampfte sich, versuchte den Schwindel, der sich langsam in ihrem Kopf breit machte zu unterdrücken.
Lili holte tief Luft, ein gutes Gefühl, der Schwindel flachte ein wenig ab. Nur um ihr Sekunden später tausendfach stärker als jemals zuvor zu erscheinen. Sie wusste plötzlich nicht mehr, wo sie war, ihr kam es so vor, als hätte sie ihr ganzes Leben mit diesem Schwindel verbracht. Doch er wurde stärker und stärker, raubte ihr fast das Bewusstsein.
Wäre da nicht noch dieser verdammte stechende Schmerz, fühlte sich wie Seitenstechen an, würde sie sicher schon in tiefer Ohnmacht im Shuttlesitz hängen. Aber sie mußte wach bleiben, mußte das Shuttle landen.
Ah, da war ein Hochplatteau, lang und eben. Da könnte sie das Shuttle aufsetzten, sich ausruhen und dann Da'an abholen. Sie war ja so müde.
Okay, Marquette, setz es auf, du hast das schon tausendmal gemacht. Tu es!
Das Shuttle sackte nach unten, ups, Lili kam wieder vollends zu Bewußtsein, schaute sich hastig um, achtete nicht auf Schwindel oder pochenden Schmerz.
Mit einem gewaltigen Schlag setzte sie das Shuttle auf, es rutschte einige hundert Meter weiter, bevor es gegen einen Felsvorsprung prallte und zum Stillstand kam.
Erleichterung machte sich in Lili breit. Sie hatte es geschafft, nun konnte sie schlafen, einfach nur schlafen....
Fortsetzung folgt.....

Teil 6

Disclaimer: Nun ja, jetzt kommt wieder die übliche Leier. Die verwendeten Figuren gehören nicht uns und werden es auch niemals. Sie gehören irgendwelchen großen amerikanischen Filmfirmen, die eine Menge Geld damit scheffeln und uns nichts davon abgeben. ?
Naja, ganz sicher wisst ihr, wer hier mitspielt. Neue Charaktere kommen vielleicht nicht hinzu, da kann man sich bei uns nicht so sicher sein. Unsere Nachbarn gehören auch nicht uns, und die wollen wir auch nicht haben. Eigentlich machen die sowieso seit zwei Wochen nichts erwähnenswertes, also werden sie auch nicht noch einmal erwähnt. Wie gesagt, kommen die bekannten Charaktere aus Highlander und Mission Erde vor, und dass das die Fortsetzung von Zusammenkunft(5) ist, wisst ihr sicher auch.
Nun noch einige Danksagungen. Danke, VisTina, fürs betalesen und die reichhaltige Kritik. Ja, und danke, Mel, dass du dir immer so viel Zeit beim betalesen läßt. Aber bei diesem Teil wirst du sichere eine Ausnahme machen.
Ebenfalls danken wir noch Kithara, Cailyn und Dilla fürs Betalesen, danke, habt ihr fein gemacht.
Ach ja, und ein großes Dankeschön geht auch noch an Agent Ronald Sandoval, der uns beim Schreiben der Grabesrede so hilfreich zu Seite stand.
Aber nun zur Fortsetzung...

I. If you´re going to die, at least get paid for it.

[...] Mutterschiff

"Sie ist tot!"
"Wer ist tot?", fragte Da'an.
"Captian Marquette. Sie wurde auf dem Tafelberg in Südafrika innerhalb ihres Shuttles gefunden. Ihre Augen starr geweitet hielt sie die Lehnen ihres Sitzes umklammert."
Da'an wirkte betroffen. "Warum?"
Sandoval schüttelte scheinbar in tiefer Trauer versunken den Kopf. "An Bord ihres Shuttles wurden Schaltpläne einer Bombe gefunden."
Da'an hob erstaunt den Kopf. "Sie meinen...."
"Ja, Captian Lili Marquette hat den Anschlag auf unser aller Leben und den Frieden zwischen Menschen und Taelons verübt und damit unser freundschaftliches Verhältnis auf eine harte Probe gestellt. Aber sie hat dafür mit ihrem Leben bezahlen müssen...", Sandovals Blick wanderte leicht zu Vistin, welche etwas abseits stand und in sich hinein grinste, "...die Schuld ist beglichen."
"Sie wollen den Vorfall also vertuschen?", fragte Vistin überrascht. Mist, ganze Arbeit umsonst!
Sandoval sah seine Kollegin jetzt vollends an. "Ja, meine Liebe, niemand wird etwas erfahren, niemand wird etwas erzählen. Wir werden diesen Vorfall diskret behandeln und Captian Marquette die gebührende Ehre erweisen. Immerhin starb sie im Kampf, egal für welche Seite."
Plötzlich versteifte sich Vistin und blickte zur Tür, Methos trat ein.
Er nickte ihr kurz zu, ging zu Sandoval und reichte ihm die Hand.
"Ehre die Toten, denn sonst werden sie dich heimsuchen und verdammen.", sagte Methos, starrte Sandoval eisig an und ließ seine Hand los.
Sandoval blickte ihn etwas verunsichert an, fuhr dann aber fort. "Was haben Sie uns zu berichten, Adams?", sagte er kalt.
Methos zuckte mit den Schultern. "Captian Marquettes Körper befindet sich unter Verschluß, die Todesursache muß noch festgestellt werden.
Ihr Begräbnis wird morgen in Arligton abgehalten, standesgemäß mit allen Ehrerbietungen. Sie wissen schon, den Fliegerkram, Salutschüsse, dem Fahnen Gewickel und der offiziellen Hymne."
"In Ordnung.", sagte Da'an. "Wen haben Sie eingeladen?"
Methos schnaubte. "Alle, die kommen wollen. Entschuldigen Sie mich jetzt, ich muß mich um einen Freund kümmern."
Vistin wurde hellhörig. "Unsterbliche?!"
Methos hastete Richtung Tür. "So was ähnliches.", rief er ihr noch zu, ehe er verschwand.

Augurs Wohnung

"Sie ist tot!", schrie Augur und warf sich heulend auf den teuren Kaschmirteppich. "Diese Schweine haben sie umgebracht!"
Ebenfalls in tiefsinniger Trauerstimmung befanden sich Liam, der schluchzend auf einem Küchenstuhl lümmelte, Amy, die sich an Joes Schulter lehnte und weinte, Cassandra, die nur unbeteiligt die Trauernden anstarrte, ansonsten aber keine Gefühlsregung zeigte, und Joe, welcher seine Tochter tröstete.
"Ich habe sie auf's Mutterschiff geschickt!", allmählich ließ sich auch Cassandra von der allgemeinen Trauerstimmung anstecken und bombardierte sich selbst mit Schuldgefühlen. "Ich hätte es wissen müssen. Sterbliche sind nicht zur Sabotage geeignet."
"Cassandra, geben Sie sich nicht die Schuld.", versuchte Joe die Priesterin zu besänftigen. "Tatsache ist, sie ist tot und wird uns nie wieder helfen können."
Plötzlich stand Liam auf und ging, ohne auf die Proteste der anderen zu achten zur Tür.
"Liam!", schrie Augur, der sich langsam wieder beruhigt hatte. "Willst du uns in dieser Situation alleine lassen!?"
Liam blieb stehen, drehte sich aber nicht um. "Ja, ich muß herausfinden, wer oder was sie ermordet hat. Erst wenn ich die Wahrheit kenne, kann ich trauern."

Washingtoner Taelonbotschaft, steht noch ?

"Lili hat gar keine Bombe gelegt, sie sollte nur eine winzige Überlastung erzeugen. Nur eine Demonstration der Macht des Widerstandes.", sagte Liam leidentschaftlich. Er lief vor Da'ans Stuhl auf und ab, wedelte aufgeregt mit den Armen und fuhr sich energisch durchs blondgestoppelte Haar.
"Als ob sie Macht hätten.", antwortete Da'an kleinlaut, in seiner Trauer versunken. "Sie haben sie für nichts und wieder nichts in den Tod geschickt. Ist das Macht? Seine besten Leute einfach zu opfern?!"
"Sie war schon auf dem Weg hierher, um Sie abzuholen. Alles hat prima funktioniert. Der Plan war perfekt. Aber irgendetwas ist ihr dazwischen gekommen. Ihr Körper war vollkommen unversehrt."
"Sie meinen, man hat sie ermordet?", mutmaßte Da'an.
Liam beschleunigte seinen Schritt. "Ich meine es nicht nur, ich weiß es. Ich hab´s im Gefühl."
"Gefühle werden Ihnen nicht weiterhelfen, Major. Sie brauchen Beweise."
Liam blieb plötzlich stehen. "Ja, ich kann ja zu Zo'or gehen und ihm sagen, das Lilli keine Bombe gelegt hat. Sie wollte eigentlich nur eine Überlastung des Interdimensionsantriebes erzeugen, dann klammheimlich verduften und ich könnte ja nebenbei auch noch erwähnen, das ich ihr den Befehl dazu erteilt habe. Dann hätte ich nämlich genug Beweise, nur werden mir diese dann nichts mehr nützen, denn ich werde die Welt nur noch in kleinen viereckigen Auschnitten betrachten könne, nie mehr Panorama. Was halten Sie davon?"
"Beruhigen sie sich doch!"
"Ich soll mich beruhigen? Wer auch immer Lili getötet hat, wußte von ihrer Verbindung zum Widerstand, also werden bald noch sehr viel mehr Leute sterben."
"Das wird sich noch zeigen, aber zunächst sollten wir morgen zu ihrer Beerdigung gehen und abwarten was passiert!", schloß Da'an die Unterredung ab.

Memorial Hospital, Washington, D.C:
0.20 Uhr

Ein junger Mann, vielleicht fünfundzwanzig Jahre alt, saß im Leichenkeller des Krankenhauses, blätterte in medizinischen Büchern und laß einige Akten.
Müde rieb er sich plötzlich die Augen und drehte seine Lampe etwas heller. Diese Räumlichkeiten mit den vielen toten Menschen bereitete ihm Angst. Nein, Angst war das falsche Wort. Angst hatte er nicht, er fühlte sich hier nur nicht besonders wohl. Wie auch? Es war kalt und steril, überall gefließt. Er fröstelte. Nein, die richtige Umgebung zum Lernen war dieser Raum ganz sicher nicht. Also schloß er seine Bücher und Akten und öffnete ein altes Comic. Er begann zu blättert und zu lachen, freute sich wie ein Kleinkind.
Boom!
Er schreckte hoch und sah sich ängstlich um. Was war das? Er würde die Toten doch nicht mit seine Gelächter geweckt haben? Ganz sicher nicht. Hier lagen nur tote Menschen. Alle tot und auf Eis gelegt, die würden ihn doch nicht erschrecken. Er versuchte sich wieder auf sein Comic zu konzentrieren.
Bang! Boom!
Wieder schreckte der Junge zusammen. Was war das? Er stand auf und näherte sich vorsichtig den Kühlschränken. Er legte ein Ohr an die metallflächen und lauschte. .....Nichts. Er bildete sich das alles nur ein. Ein Kaffee würde ihm helfen. Sicher.
Bang! Boom! Autsch!
Der Junge drehte sich hastig um und starrte eines der Kühlfächer an. Er wartete. Ein Kühlfach würde doch nicht Autsch! schreien. Niemals.
Er zuckte mit den Schultern und setzte sich wieder an seinen Schreibtisch. Bevor er aber wieder zu lesen begann, beäugte er argwöhnisch die Wand der Gefrierfächer und wartete.
Plötzlich wurde mit einem lauten Knall eine der unteren Türen aufgestoßen. Die Tür schwenkte einen Spalt breit auf und schlug dann wieder heftig zu. Ein lautes Stöhnen war zu vernehmen. Scheiße!
Das war zuviel für den Jungen. Er sprang auf und türmte aus der Leichenhalle. Bloß weg hier. Medizin war nichts für ihn, er würde Jura studieren. Ja, Jura ist gut. Die lebten wenigstens noch alle, naja, eine Weile vielleicht. Er beschläunigte sein Tempo, erreichte die Aufnahme und stürmte, ohne auf den fragenden Blick der Schwester zu achten, durch die Schwenktür in die kühle Nachtluft.
Ihm kam ein junger Mann, etwas älter als der Ex- Medizinstudent, entgegen. Dieser blickte ihn verwundert an, störte sich aber nicht an dem Rennenden und ging zur Aufnahme.
Er warf der Schwester ein charmantes Lächeln zu, stütze sich mit dem Ellenbogen auf die Theke und fragte: "Wie komme ich denn zur Leichenhalle, Schwester?"
Die Angesprochene lächelte leicht errötend zurück. "Was wollen sie denn dort?", begann sie zaghaft, stütze ihr Kinn in die rechte Faust und blinzelte ihm zu.
Der Mann lächelte freundlicher und zückte einen Ausweiß. "Mir eine kürzlich verstrobene Person ansehen und mit nach Hause nehmen."
Das Lächeln der Schwester gefror als sie einen Companionbeschützerausweiß erkannte. "Die erste Treppe nach unten, dann immer gerade aus. Ein Sicherheitsmann wird sie erwarten.", antworte sie kalt.
Der Mann bedankte sich mit einem gehauchten Kuß und ging. Immer gut, wenn man so ein Ding hat. Die Leute sind plötzlich so hilfbereit.
Unten angekommen stockte Methos. Bang! Bumm! Autsch!
Methos grinste. Es ging ihr also gut. Langsam rieb er sich die Hände. Ob sie wohl was an hat? Er fühlte ein leichtes Raunen im Kopf, ein Lächeln umspielte seine Lippen.
Er ging auf die Kühlschränke zu und blieb davor stehen. Interessiert betrachtet er ihre Front, wartet auf ein Lebenszeichen.
Bang! Bumm! Autsch!
Ha, da war es wieder. "Moment mal, ein alter Mann ist kein D-Zug", fluchte er und ging auf das rebellierende Kühlfach zu. Er ging in die Knie und öffnete vorsichtig die Tür. Plötzlich wurde die Tür heftig aufgestoßen und Methos flog laut fluchend zurück.
Eine silbrigglänzende Wanne kam herausgefahren, und eine Gestalt, mit einem Leichentuch bedeckt lag darauf. Methos setzte sich stöhnend auf und beobachtete das Schauspiel.
Ein Knacken war zu hören, dann ein Stöhnen und die Gestalt setzte sich langsam auf.
Sie klapperte. Ihre Zähne schlugen so heftig aufeinander, wie sie es nunmal tun, wenn man eine Nacht im Gefrierfach verbracht hatte. Das Tuch wurde zurückgeschlagen und eine blauweiße, unbekleidete, Gestalt kam zum Vorschein, Methos grinste.
"Sehr schön!", stieß er leise aus.
Der Kopf der Frau drehte sich leise knackend zu ihm, die blauen Augen starrten ihn empört an. Sekunden später raffte die Frau ihr Leichentuch zusammen und schlang es sich um den zitternden Leib.
"Ich möchte doch bitten!", schrie sie ihn an.
Methos aber grinste weiter, er schien sie geradezu verschlingen zu wollen. Langsam stand er auf und bewegte sich auf sie zu.
"Bleiben Sie weg! Sehen Sie nicht das ich nackt bin!?"
Methos ging ungerührt weiter auf sie zu. "Doch, Kleines. Du mußt dich dafür nicht entschuldigen. Ich verstehe deine Age..."
"Gar nichts verstehen Sie....", sie blickte sich in dem Raum um. "Was mache ich hier?"
Methos' Grinsen wurde breiter. "Das, was eine Leiche normalerweise in einem Gefrierfach tut. Auf den Gerichtsmediziner warten, auf eine anständige Beerdigung und auf trauernde Angehörige, die die Leiche identiefiezieren..."
"Methos!", unterbrach sie ihn. "Ich bin tot?!"
Der Angesprochene nickte. "Toter geht´s nicht."
"Und warum fühle ich mich noch so lebendig? Was machst du dann hier? Wirst du mich hinauf bringen? Wo sind meine Eltern? Werde ich sie wiedersehen?"
"Sehe ich etwa wie der Tod aus? Siehst du hier irgendwelche Sensen oder Todesengel?"
Lili blickte sich verwirrt um. "Aber..."
"Kleines, du bist nicht tot. Na, vielleicht für den Rest der Welt aber du fühlst dich noch relativ lebendig, oder?"
Lili nickte.
"Siehst du, so fühlen wir uns. Lebendig. Spürst du dein Herz schlagen? Fühlst du die Kälte des Metalls auf deiner Haut?"
Lili nickte wieder, schüttelte aber gleichzeitig den Kopf: "Bin ich unsterblich?!"
Methos stöhnte. "Ich dachte schon du würdest es nie herausfinden!"
"Und was nun?", fragte sie leicht verwirrt.
Methos blickte sich um. "Ich besorge dir einige Sachen und danach....."
Lilis Blick hellte sich auf. "...gehen wir zu Augur?"
Methos schüttelte den Kopf. "Du bist tot, vergiß das niemals. Für sie existierst du nicht mehr. Jedenfalls jetzt nicht, vielleicht später wieder. Morgen werden wir zu deiner Beerdigung gehen und dann sehen wir weiter."
Lili stockte. "Meine Beerdigung? Aber ich lebe doch noch?"
Methos stöhnte. Er haßte dieses Spielchen von Neueinführungen. "Jeder der dich kannte, hält dich für tot. Außerdem bist du eine Verräterin, sie haben dir das Attentat angehängt und wenn sie herausfinden, das du unsterblich bist, was glaubst du wen sie schicken um dich zu eliminieren?!"
Lili schnappte nach Luft. "Vistin.."
"Ja, und mich. Glaubst du, ich würde dein Leben retten, wenn meines auf dem Spiel stünde?"
"Aber du hast mich doch gerade jetzt gerettet!"
Methos schnaubte. "Nur damit kein anderer dich in die Finger bekommt, außerdem brauche ich deine Hilfe....."

II. Starts small....


Arlington, Washington, D.C:
15.32 Uhr

Lili Marquette, ehemals Pilotin der Airforce, saß auf einen Range Rover,. Methos Range Rover, hielt sich ein Fernglas vor die Augen und beobachtete eine lange Prozession schluchzender Trauergäste, die sich auf ein ausgehobenes Erdloch zu bewegten. Mein Grab für die Ewigkeit!, dachte Lili trocken und lächelte bitter.
Die Prozession wurde von sechs uniformierten Männern angeführt, welche ihren Sarg trugen. Korrektur, nicht ihren Sarg, sondern eine einfache Nachbildung des Sarges, den sie sich gewünscht hatte, aus Eiche.
Sie hatte Methos genaue Anweisungen über ihren Wunschkandidaten gegeben, aber er hatte nur abgewunken, und gemeint, dass das Budget es nicht erlauben würde, einen Mahagonisarg zu kaufen. Eiche, wie plump.
Außerdem lag ja noch nicht einmal sie selbst in diesem Ding, sondern ihre Kühlfachnachberin, eine gewisse Anne Lindsay. Seltsamerweise sah ihr diese Person besonders ähnlich. Also hatten sie kurzerhand die Zehenschildchen ausgetauscht und die andere in ihr Zimmer verfrachtet. Gewehrt hatte sie sich nicht.
Hinter dem Sarg gingen die Trauergäste, Zo'or und Da'an folgten dem Sarg als erstes. Hinter ihnen gingen Sandoval, dieser Schleimscheißer, neben ihm Liam, er sah ziemlich schlecht aus.
Hinter den beiden Companionagents kamen Vistin und Methos, welcher immer wieder verstohlen in ihre Richtung blickte, als wolle er sagen: "Komme uns bloß nicht zu nahe!" Keine Angst, das würde sie schon nicht tun, immerhin wußte sie jetzt, wie man einen anderen Unsterblichen spürte. Kein gutes Gefühl.
Hinter den beiden Unsterblichen folgte eine lange Schlange von Arbeitskollegen, Verwandten, Bekannten und Leuten, die sie noch nie in ihrem Leben gesehen hatte. Menschen, die sich plötzlich mit ihr verbunden fühlten oder solche, die einfach nur froh waren, sie endlich im Grab zu sehen. Heuchler.
Wenige Minuten vergingen, ehe sich die Menschenmenge um das Loch versammelt hatten und der Möchtegernsarg auf das Podest gestellt war.
Dann trat Methos vor und stellte sich majestätisch vor den Sarg. Er legte seine Rechte auf die Fahne und, sie glaubte ihren Augen nicht trauen zu können, also stellte sie die Schärfe des Fernglases neu ein, er schluchzte. Och, nicht doch!
"Der große Shaolinmönch Lee Shang hat einst gesagt: ‚Es ist eine seltene Gelegenheit, als Mensch geboren zu werden.' Wenn dem so ist, dann war Lili Marquette ein ganz besonders seltenes menschliches Exemplar, denn sie starb wahrhaftig in dem Geist in dem sie gelebt hat. In der einen Hand ein Schwert, in der anderen einen Olivenzweig. Sie wird uns fehlen.
Lorbeer ist grün, wenn der Frühling naht, und süß für einen Tag ist die Liebe. Doch Liebe wird bitter durch Verrat und im Mai sterben des Lorbeers Triebe."
Als Methos geendet hatte, stellte er sich wieder auf seinen Platz neben Vistin und starrte wie paralysiert auf den Sarg.
Nun löste sich ein Drillsergahent aus der Trauergruppe und forderte drei von den sechs Sargträgern auf, ihr Gewehr anzulegen, zu zielen und drei Salutschüsse abzufeuern.
Lili schluchzte. Sollte das, das Ende ihres Lebens sein? Begraben in einem feuchten Erdloch unter einen weißen Kreuz mit einer Nummer darauf?!
Dann falteten zwei der sechs Träger die Nationalflagge zusammen und übergaben sie würdevoll... Lili stockte...Zo'or. Wessen Idee war das wohl gewesen?! Lili kochte, das würde sie ihm heimzahlen, doppelt und dreifach.
Auf einer Anhöhe stand nun ein einsamer Soldat mit einer Trompete und spielte das allzu bekannte Grabeslied vieler im Kampf gefallener Soldaten.
Wieder vergoß Lili eine Träne, sie mochte dieses Lied. Eine wunderbare Melodie, die zu diesem traurigen Anlaß schändlich mißbraucht wurde.
Als er geendet hatte, ertönte ein Tosen. Lili und die Trauergäste hoben die Köpfe und konnten vier F15- Jets erblicken, wie sie über den riesigen Friedhof flogen, heutzutage wurden diese wunderbaren Relikte einer vielleicht besseren Zeit nicht mehr benutzt, es waren ausrangierte Kriegsgeräte und der Krieg gehörte zu einer aussterbenden Spezies.
Die Jets flogen in einer Dreiecksformation über Arlington, ganz plötzlich brach einer aus der Formation aus und driftete nach oben weg.
Lili starrte wie gebannt in den Himmel, auch noch Minuten später, als der Sarg in die Tiefe gelassen wurde.
Lili starrte auch weiterhin in den Himmel, die Trauergäste näherten sich dem Sarg und warfen jeder eine weiße Rose hinein, bis auf Da'an. Denn als er sich dem Grab näherte zögerte er einige Augenblicke, bevor er eine rote Rose hinein warf.

III. ....and biuld

Arlington...

Die Trauergäste verließen allmählich das Friedhofsgelände, zurück blieb nur ein Mann. Er starrte scheinbar abwesend auf das noch offene Grab, auf den darin liegenden Sarg und die weißen Rosen und die eine Rote, die ihn fast völlig bedeckten.
Ein anderer Mann näherte sich dem Unsterblichen und legte ihm eine Hand auf die Schulter. "Wollen wir uns wieder vertragen?", fragte der uniformierte Liam Kincaid.
Methos drehte sich langsam zu ihm um und nickte. "Ich war niemals sauer auf dich. Aber wenn ich das schaffe, was ich vorhabe, dann wirst du mich hassen."
Liam wollte zu einer Frage ansetzten, wurde aber von einer schroffen Handbewegung Methos' gehindert. "Frag' jetzt nicht, ich werde dir sowieso nicht antworten."
"Ich wollte eigentlich nur fragen, ob du ein Bier trinken willst."
Methos lächelte. "Nein, Kleiner, ich bleibe noch etwas hier."
Liam zuckte die Schultern. "Wie du willst. Wenn du mal wieder Zeit hast, kannst du uns ja besuchen kommen, bei Augur. Er würde sich sicher freuen, ebenso wie Joe und Amy."
Methos schüttelte den Kopf. "Nicht jetzt, nicht später. Es beginnt bereits....Geh' jetzt. Bitte."
Liam wagte nicht, ihn noch einmal zu bitten. "Mach' was du für richtig hältst.", sagte er, drehte sich um und ging.
"Das werde ich, Liam. Das werde ich tun müssen.", flüsterte er leise.
Lili beobachte intensiv die Unterhaltung zwischen Liam und Methos. Würde er ihm etwas verraten, würde er ihm die Wahrheit sagen? Nein, Methos würde niemals mehr sagen, als unbedingt notwendig. Das konnte sie jetzt erkennen. Sein Plan war genial, einfach phantastisch, wenn er funktionierte. Wenn nicht, würde Plan B in Kraft treten, und der gefiel ihr absolut nicht. Plan A gefiel ihr auch nicht, aber er hing weniger von ihr ab. Plan A war gefährlich, vielleicht sogar tödlich, aber welche Wahl hatten sie denn schon?
Vistin und Zo'or mußten gestoppt werden, aber warum mußte dieser alte Mann ausgerechnet sie in seine Pläne einweihen?
Unwissenheit war ein Segen. Ein tödlicher Segen!, hallte eine imaginäre Stimme in ihrem Kopf.
Langsam erhob sich Lili und ging den Hang hinunter, auf ihr Grab zu.
Die Dämmerung setzte bereits ein, also konnte sie nur noch eine dunkle Gestalt in einem langen unmodischen Mantel erkennen.
Plötzlich verspürte sie ein Raunen in ihrem Kopf, Angst und Panik brannten sich in ihre Seele, hastig suchte sie nach der Quelle ihrer Kopfschmerzen.
Aber nur wenige Augenblicke später wurde ihr bewußt, das die Ursache Methos war. Diese Kopfschmerzen ließen nach, je näher sie ihm kam und wandelten sich eher in ein stetiges Präsenzgefühl, bereit auf Verlangen loszuschlagen.
Methos blickte sie gefühlskalt an, als sie sich auf drei Meter genähert hatte.
"Und?", begann er leise, "Glaubst du mir nun, das du tot bist?"
Lili nickte, kaum erkennbar in der Dunkelheit. "Ich hätte mir nie im Leben träumen lassen, einmal auf meine eigene Beerdigung zu gehen. Es ist so seltsam."
Methos nickte, vielleicht lächelte er auch. "Ja, Beerdigungen sind ein Muß, für jeden von uns."
"Wie hast du dich bei deiner Beerdigung gefühlt?", fragte Lili.
Methos zuckte die Schulter. "Ich wurde nicht beerdigt. Einfach nur getötet, vielleicht."
Lili stutze "Wieso vielleicht?"
"Ich kann mich nicht erinnern. Zu lange her. Meine erste Erinnerung handelt von einem Quickening. Das ist alles."
"Und dein Name?"
Methos zuckte die Schultern. "Ein anderes Thema. Laß uns ein Stück gehen. Ich muß dir einige Regeln erklären...."

[...] Sandovals Apartment

Agent Ronald Sandoval saß in seinem Büro an seinem Schreibtisch. Er bedauerte, das Lili so einfach weggestorben war, er hätte sie noch gut für seine eigenen Pläne einsetzten können.
"Ronny!", ertönte eine gedämpfte Frauenstimmte vor seiner Apartmenttür. Genervt stand er auf und bewegte sich wie ein Panther durch die Dunkelheit des Raumes auf die Tür zu. Er öffnete die Tür und erblickte eine attraktive, hochgewachsene Blondine. Er musterte sie von oben bis unten. Die Schönheit trug ein rotes, verdammt kurzes Cocktailkleid aus samten Prokat. Über ihren Schultern hing eine flauschige Plüschstola, die sie lässig, zweimal um ihren wunderbaren schlanken Hals geworfen hatte.
Sie war schätzungsweise 180 cm groß, und besaß Traummaße, 90- 60- 90, um genau zu sein.
Und dann ihre Nase. Göttlich.
"Starren Sie mich nicht so an. Ich habe keine andere Hülle gefunden.", piepste sie ihm entgegen. Eine Stimme wie Fingernägel, die über eine alte Schultafel kreischten.
Ronald verzog angewidert das Gesicht. Naja, wenn sie die Klappe hielt, war sie ganz passabel.
"Weswegen sind Sie hierher gekommen?", fragte er etwas gefaßter.
Die Blondine drängelte sich watschelnd an ihm vorbei. "Wollen Sie mir nicht erstemal einen Drink anbieten, meine Kehle ist ganz ausgetrocknet."
"Naja, wenn Sie meinen.", stöhnte Ronald, schloß die Wohnungstür und trottete hinter "ihr" her.
Sie schnappte sich das erstbeste Glas, was in ihrer Reichweite stand und stürzte den Inhalt gierig hinunter. "Was war das?", fragte sie, als sie schluckte.
"Altes Blumenwasser."
"Oh, interessant. Wo gibt's mehr?", sie blickte sich gierig in der Wohnung um und stiefelte dann auf die geöffnete Bar zu. Dabei knickte sie ein paarmal um, richtete sich aber mit einer ungeheuren Standhaftigkeit wieder auf.
"Und, was wollen sie nun hier?", fragte Ronald genervter als zuvor und ließ sich in einen Sessel fallen.
Die Piepsende goß sich aus einer blauen Flasche in die Blumenvase ein. "Mir ist es gelungen......", ein lautstark nach Aufmerksamkeit verlangendes Piepsen unterbrach sie. "Was ist das?", rief sie panisch.
Ronald stöhnte. "Nur mein Global.. könnten sie sich bitte zurückhalten."
Sie nickte und trank ihren Likör auf einen Zug aus. Ein leichtes Hüsteln entsprang ihrer Kehle und sie sank ermattet in einen Sessel.
Ronald schüttele nur den Kopf und öffnete sein Global. "Ja?", fragte er das Gerät.
"Agent Sandoval, ich benötige sie sofort auf der Brücke des Mutterschiffes."
Die Blondine erwachte plötzlich aus ihrer Lethargie und starrte angewidert das Global an. Eilig fummelte sie an sich herum, versuchte irgendwie seine Aufmerksamkeit zu erhaschen, aber wie?
"Äh, Zo'or. Zur Zeit ist es nicht ganz günstig." Plötzlich kam ein Gelber BH ihm entgegen geflogen und landete quer über seinem Gesicht.
Zo'or verzog angewidert das Gesicht.
"Sie sind verhindert?", fragte er, den peinlichen Moment überspielend.
Sandovals Gesicht gewann an Farbe, leise räusperte er sich. "Nun, ja.... äh."
Die Frauenstimme hinter ihm ertönte. "Ronny, das Bett ist sie leer..."
Sandoval schnaubte.
"Sie sind also mit Fortpflanzung beschäftigt?", fragte Zo'or.
Ronald wurde noch farbiger. "Ich denke schon."
"Gut, dann widmen sie sich bitte ihrer reizenden Gattin und präsentieren Sie mir bald ein paar niedliche Sprößlinge. Bis morgen." Die Verbindung brach ab.
Sandoval konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, klappte das Global zu und marschierte, nein rannte, Richtung Schlafzimmer, wohin sich die Blondine begeben hatte.
Fortsetzung folgt...

Teil 7

Disclaimer: Na, von den vorigen sechs Teilen kennt ihr den Quark ja schon, also sparen wir uns das diesmal, die Charaktere sind immer noch die selben geblieben, gehören immer noch nicht uns, und Geld verdienen wir mit ihnen auch nicht.. So, Basta.
Also, wir fangen jetzt ohne große Umschweife sofort an.
Ach ja, ab hier läuft unsere Story parallel zur 3. Staffel, so weit das möglich ist.
Danken tun wir noch VisTina, Caylin, Kithara und Mel fürs Betalesen. Und entschuldige Mel, aber du magst Lili doch so sehr, und da mußtest du ihr eben deine Namen leihen, böse?

I. Rückzug

9 1/2 Wochen später, Seacouver, Hafenviertel

Ein junges Paar, mit einigen Koffern beladen, betrat den alten Dojo von Duncan MacLeod. Vor ihnen lag ein mit Parkett ausgelegter Traningsraum, auf dessen linken Seite sich jede Menge Übungsgeräte befanden. Auf der von ihnen rechts gelegenen Seite war eine lange Sprossenwand angesiedelt und kurz vor ihnen schlängelte sich eine Wendeltreppe in Richtung Obergeschoß.
Methos stellte seine längliche Schwerttasche auf der dritten Stufe ab und setzte sich auf die zweite. Langsam ließ er seinen Blick durch das verstaubte Studio schweifen und zuckte erschöpft mit den Schultern. "Da wären wir. Am Besten wir machen hier erstemal sauber."
Lili strich skeptisch den bereits zentimeterdicken Staub von einem der Trainingsgeräte. "Soll ich die Taelons etwa mit Staubwedel und Putzlappen bekämpfen?"
Methos grinste. "Nein, du kannst sie aber mit Wasser bespritzen."
Lili konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. "Ja, dann kriege ich noch einen Stromschlag."
"Du wirst es überleben. Riecht nur ein wenig streng. Und der Geruch bleibt, das kann ich dir sagen."
Lili zuckte die Schultern. "Gut, dann werden wir wohl sauber machen müssen."
Plötzlich starrte Methos sie entsetzt an. "Wir?!"
Die Angesprochene nickte eifrig. "Ja! Wir! Oder glaubst du, ich mache den Dreck alleine weg?"
Methos schnaubte abfällig. "Such dir doch irgendeine Putzhilfe. Ich werde mich anderen Dingen zuwenden, als Staubwedel zu schwingen." Der Unsterbliche verschränkte stur die Hände vor der Brust.
Lili sah ihn fragend an, aber er setzte nicht dazu an, ihr eine Antwort zu geben.
Lili stöhnte entnervt. "Gut, wenn du mir nicht helfen willst, werde ich eben in ein Hotel ziehen und von deinem Gehalt leben." Innerlich zersprang sie vor Neugierde auf seine Reaktion.
Aber Methos sagte nichts.
"Hallo, ihr beiden!", unterbrach eine junge Frauenstimme den kleinen Zwist.
Lili und Methos drehten sich gleichzeitig zu ihr um und erkannten Amy.
"Amy!", beide sahen sie gleichermaßen geschockt, wie erfreut an.
"Gut das ihr beide hier seid, ich dachte sie hätten euch erwischt!", Amy atmete erleichtert auf und umarmte Lili.
Die Neuunsterbliche sah sie erstaunt an. "Was ist denn passiert?"
Langsam löste sich Amy von Lili und blickte sie ernsthaft an. "Auf den Thomson wurde ein Attentat verübt, welches Joshua Doors seinem Vater in die Schuhe geschoben hatte. Daraufhin hat Thomson, wieder Präsident, dann den Ausnahmezustand ausrufen lassen. Der Widerstand wurde arg dezimiert, da massenhaft Freiwilligenarmeen auf die Erde kamen und nach ihnen fahndeten. Doors wurde ebenfalls gefangen genommen und ist mit Zo'or eine Art Allianz eingegangen...."
"Moment mal!", unterbrach Methos Amys Erzählung. "Können wir ihm noch vertrauen?"
Amy sah ihn eisig an. "Können wir dir noch vertrauen?"
Methos zuckte lediglich mit den Schultern, antwortete nicht.
Amy schüttelte den Kopf und sah nun Lili fragend an.
"Was ist mit Liam und Augur, sind sie in Ordnung?", fragte Lili.
Amy nickte wortlos.
Panik machte sich in Lili breit. "Was ist schiefgelaufen?"
"Liam hat eine neue Partnerin."
"Wer?", fragte Methos plötzlich. Amy sah Methos verächtlich an. "Rennee Palmer von Doors International. Sagt dir der Name etwas?"
"Oh ja!", sagte er gedehnt.
Die Frauen schauten ihn überrascht an.
"Nichts", sagte Methos hastig.
"Also erzähl schon.", sagte Lili an Amy gerichtet.
"Sie sieht super aus, trägt teure Klamotten und flirtet ständig mit Liam, vielleicht ist sie auf unserer Seite, aber da bin ich mir nicht so sicher. Sie ist relativ kapitalveranlagt und unberechenbar."
"Bist du der Überzeugung, sie könnte unserer Sache im Weg stehen?", flüsterte Methos Lili zu, ohne das Amy etwas verstehen konnte. Lili zuckte die Schultern. "Beseitigen?", fragte Methos, immer noch flüsternd. Die Angesprochene schüttelte den Kopf.
"Darf man sich in euer Gespräch mit einklinken oder ist es vertraulich?", fragte Amy etwas zornig.
Keiner antwortete, beide starrten Amy nur mißtrauisch an. Sich fragend, ob sie etwas verstanden hatte oder nicht. Doch dann fuhr Lili in einem sanften Tonfall fort. "Er traut sich nicht mehr, dich anzureden...Also, wie geht's Da'an?"
Amy zuckte die Achseln. "Dem ist alles egal, er schleicht um Zo'or herum, stimmt manchmal mit ihm überein. Die Menschen scheinen ihm auch gleichgültig zu sein, immer häufiger kommt es zu Streitereien zwischen Liam und ihm. Also auf ihn würde ich nicht zählen."
"Und was ist mit Liam? Wie hat er die ganze Sache verkraftet?"
"Du meinst deinen Tod und so?"
Lili nickte.
"Ich denke, seitdem Rennee aufgetaucht ist, geht es ihm besser. Was mich vielmehr interessieren würde, wo wart ihr die letzten Monate?"
Methos grinste verräterisch, und Lili antwortet an seiner Stelle. "Auf einer Südseeinsel, dort habe ich ein wenig trainiert und das richtige Equipment für meine neuen Job besorgt."
"Und was habt ihr jetzt vor?", fragte Amy an Methos gerichtet.
"Ich habe gar nichts vor."
Amy stöhnte genervt. "Lili bitte!"
"Du und ich werden jetzt dieses Dojo führen. Methos meinte, "sie warf eine verstohlen Blick zu ihm hinüber, "wir könnten von hier aus die Koordination des Widerstandes übernehmen."
Amy nickte. "Gute Idee. Willst du es Liam sagen?"
Lili schüttelte den Kopf. "Je weniger von meiner Existenz wissen, desto weniger könnten mich oder uns verraten. Du mußt absolutes Stillschweigen veranlassen, für die anderen steht dieses Gebäude leer und ich bin tot."
"Ja, das wird wohl das beste sein. Wie willst du dich nennen?"
Lili zuckte mit den Schultern. "Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht...."
Plötzlich schaltete sich Methos von hinten ein. "Du heißt doch Alexa, Liebling."
Amy drehte sich ruckartig zu ihm. "Was?!"
Methos stöhnte. "Frauen! Sie hat ihren Namen und ihren Paß bekommen. Aber den kann sie nicht behalten."
Lili stöhnte. "Warum denn nicht?"
Amy nickte wissend. "Weil Alexa Bond vor mehr als zehn Jahren gestorben ist, nicht wahr, Adam?"
Lili formte ein "O". "Und wie darf ich mich nun nennen?"
"Was hältst du von Melanie de Salvo, die jüngere adoptierte Schwester von Charlie de Salvo, dem dieses Dojo einmal gehört hat?", antwortet Methos.
"Ok, wo kriege ich die Papiere her?"
"Um die kümmere ich mich schon , aber ich muß mich langsam mal bei Zo'or melden, die könnten mich ja schon eine Doppelfahndung nach mir rausgegeben haben: ‚Suchen kopflose Leiche!'"
Amy nickte amüsiert. "Dann geh lieber mal, bevor Zo'ors Befürchtungen wahr werden."
Methos erhob sich langsam von der Treppe und trottete gemächlich zur Tür hinaus.

II.

Taelonbotschaft, Washington DC

Da'an stand am Fenster seines Büros und starrte auf den Wald vor der Botschaft. In seiner rechten Hand hielt er ein Foto von Lili, das er ab und an wehleidig betrachtet. Immerwieder ließ er einen herzerweichenden Seufzer hören, starrte auf das Bild und dann wieder auf den Wald, so als wolle er seine wahren Empfindungen vor der ganzen Welt und besonders vor sich selbst verbergen. (Jetzt schreit nicht, das war Ghanis Idee. Ich war ja für Methos und Rennee....)
Plötzlich schreckte Da'an auf und starrte zur türähnlichen Öffnung. Er erwartete Liam Kincaid zu sehen, hoffte inständig, wieder mit ihm reden zu können und sein eigenes Gewissen zu beruhigen. Aber dort in der Tür stand nicht etwa Liam Kincaid, auch nicht Agent Sandoval oder irgendein Bediensteter, nein, ihm gegenüber stand ein unverschämt grinsender Methos. Da'an hatte plötzlich Probleme seine menschenähnliche Form beizubehalten und begann wie Christbaumschmuck zu leuchten. Diese Augenblick der Unbeherrschtheit dauerte nur wenige Sekunden, als sich Methos genähert hatte, befand er sich wieder in seiner menschenähnlichen Form und lächelte ihm vertrauenswürdig entgegen. Methos brachte es fertig, ihm ein ähnliches Lächeln zuzuwerfen und reichte ihm nach alten Brauch die Hand. Da'an jedoch überging diese Geste und begrüßte ihn mit der typischen Taelonhandbewegung.
"Ich bin hocherfreut, Sie gesund wiederzusehen.", begann Da'an.
Methos Zuckte die Schultern. "Unkraut vergeht nicht."
"Aber, aber. Sie sind doch kein Unkraut. Sie sind überaus wertvoll für die Synode, immerhin könnten Sie der letzte sein."
Methos schüttelte den Kopf. "Ich bin viel zu alt, aber köpfen lasse ich mich auch nicht."
"Nun, die Synode hat sich große Sorgen um Sie gemacht. Die letzten 9 Wochen waren wirklich interessant."
Methos hob interessiert eine Augenbraue. "Interessant für wen?"
"Für Vistin. Sie hat sich voll auf die Jagd konzentriert. Seit zwei Wochen hat man keine von ihnen mehr aufgespürt, und als Sie auch noch verschwunden waren, hat man vermutet Vistin sei die letzte, allerdings waren Zo'or sehr darüber enttäuscht, da Vistin keine Kräfte bekommen hat. Jetzt wissen wir, warum."
Methos nickte leicht lächelnd. "Eigentlich sollte ich mich ja bei Zo'or und Vistin melden, aber dort könnte man ja Gefahr laufen, geköpft zu werden. Aber..."
"Oh, Mr. Adams. Schön Sie mal wieder zu sehen. Wir haben uns wirklich große Sorgen um Sie gemacht. Sitzt ihr Kopf auch noch schön fest auf den Schultern, ja?", hallte Agent Sandoval hinter Methos.
Dieser stöhnte entmutigt und verwarf seine eben entworfenen Plan. Methos zog heftig die Luft ein und drehte sich mit einem strahlenden Lächeln zu Sandoval um.
"Agent Sandoval, wie geht es Ihnen?"
"Mir?! Wie meinen Sie..:"
"Na, Ihre kleine Krankheit. Hat die Konserve geholfen?"
"Woher...?", stammelte der Companionagent.
"Ich war alles, ich weiß alles und werde auch in Zukunft alles erfahren. Vergessen Sie das niemals. Und jetzt bringen Sie mich zu Zo'or, ich muß dringend mit ihm reden."
Sandovals Gesicht bekam eine rötliche Färbung, er preßte die Lippen aufeinander und ballte seine Skrillhand zur Faust. Dieser Kerl hatte es tatsächlich gewagt, ihm Befehle zu erteilen. Er würde ihn vaporisieren und Jadzia auf einem goldenen Tablett servieren, ebenfalls würde er...
"Ronald! Kommen Sie endlich!", rief Adams Hinter ihm. Sandovals Gesichtsfärbung sank mit einem Schlag wieder in den Normalzustand, drehte sich hastig zu dem rufenden um und lief ihm hinter her.

Seacouver, Dojo

Melanie, ehemals Lili Marquette, saß in einem wunderbaren Sessel in Duncans Wohnung und starrte auf ihre neuen Papiere.
Lili Marquette, existierst du noch? Oder liegst du in einem kühlen Erdloch, begraben und vergessen. Das bist du doch eigentlich, ein Gebilde aus Kohlenwasserstoffen, ein Mitglied des ewigen natürlichen Kreislaufes, zerfressen von Würmern, Nahrung für Pflanzen, für Tiere und später vielleicht für ihn. Oder etwa nicht. Sie nahm einen kräftigen Schluck schottischen Whiskey, en aus dem Schrank hinter ihr. Werde ich auch einmal Whiskey sein, oder Glas? Lili ist tot, wer bin dann ich? Ihre Sachen, ihre Identität, ja, selbst ihr Job gehören einer anderen. Sie ist tot, nein, ich bin tot. Lili starrte auf den Ausweiß in ihrer linken Hand. Auf ihr Foto, sie mußte lächeln. Ja, ich lebe noch, mein Bild existiert noch. Aber dann blickte sie auf den Namen, den Namen unter dem Bild. Es war nicht ihrer. Aber wer ist sie? Wer ist Melanie de Salvo? Bin ich es? Oder soll ich es sein? Wer kennt Melanie de Salvo, er nicht.
Die Gesellschaft schert sich einen Dreck darum, ob ich existiere. Ein Grabstein, ein Sarg, das war's. Auf Wiedersehen ein paar Rosen, nett dich kennengelernt zu haben. Und das war's. Kein Gedanke mehr an dich verschwendet, dein Grab, überwuchert von Unkraut, und in dreißig Jahren entfernt. Nichts bleibt zurück. Nur ein Foto in einem getürkten Ausweiß, eine neue Identität, eine neue Wohnung, nichts bleibt zurück. Ich will Lili Marquette sein und nicht Melanie de Salvo, sie ist ein nichts, Marquette war jemand, oder nicht? Habe ich nicht etwas bewegt, habe ich nicht gut gedient? Habe ich nicht viele Leben gerettet? Soll das alles gewesen sein?
Wird er sich erinnern? Werden sich andere an mich erinnern? Könnte ich ihm nicht sagen, das Lili noch lebt, aber nicht mehr Lili ist. Wenn jemand weiß, das ich lebe, existiere ich wieder. Lili lebt. Melanie nicht. Wieder nahm sie einen kräftigen Schluck.
Er wird es verstehen, sicher.

Zwei Stunden später


Amy schob die Absperrung des Fahrstuhles nach oben, wollte mit Lili reden. Ihr war aufgefallen, das sie keinen Kontaktmann bei den Taelons hatten, welchen sie jedoch unbedingt benötigten. Außerdem hatte ihre neu gewonne Freundin ihre Verabredung mit Joe in dessen Bar verschwitzt. Nachdem sie und ihr Vater etwa eine Stunde auf Lili geartet hatten, hatte Amy beschlossen, sie hier aufzusuchen. Im Zimmer war es völlig dunkel, die Rolläden waren heruntergezogen. Plötzlich vernahm sie ein Schnarchen, es hörte sich so merkwürdig ungewohnt an. Langsam gewöhnten sich ihre Augen an die Dunkelheit, jetzt konnte sie eine zusammengesackte Silhouette in einem Schaukelstuhl erkennen. Amy tastete nach dem Lichtschalter, fand ihn, der Raum erhellte sich augenblicklich. Nun konnte sie Lili erkennen, die in dem Schaukelstuhl langsam vor und zurück wippte und dabei eine fast leere Whiskeyflasche im Rhythmus der Wippbewegungen gegen das Holz des Stuhles schlug. Den Stuhl hatte übrigens David Keogh angefertigt.
"Lili!", rief sie ihrer betrunkenen Freundin lautstark zu. Diese schnarchte unberührt weiter.
"Lili!", wiederholte Amy ihren Weckversuch, aber nichts geschah. Ein genervte Stöhnen war zu vernehmen und Amy ging, ohne dabei auf Lilis Schlaf zu achten, mit hallenden Schritten durch die Wohnung in die Küchenzeile. Sie öffnete eine Schranktür und nahm eine große gläserne Blumenvase heraus, Lili schnarchte.
Dann hielt sie die Vase unter den Wasserhahn und füllte sie rauschend mit eiskalten Wasser, Lili schnarchte.
Amy stolzierte mit der wassergefüllten Vase in den Wohnbereich und auf Lili zu, diese schnarchte.
Amy grinste, holte kräftig mit der Vase aus, und entleerte diese auf einen Schlag über Lilis Kopf, Lili schrie.
"Bist du verrückt geworden?!", zeterte Lili, während sie sich wie eine nasse Katze schüttelte. Ihr nasses Haar klebte in Strähnen an ihrem Kopf und auf ihrem Gesicht, ihr Frotteebademantel sog das kalte Wasser wie ein Schwamm auf und Lili begann zu zittern und zu frieren, während sie Amy noch immer anschrie. )
"Du Miststück! Weißt du eigentlich wie spät es ist?!"
"Ja!", Amy grinste triumphierend. "11.30 Uhr, mittags. Wir wollten uns vor knapp einer Stunde im Joes treffen. Mein Vater wollte uns einiges erklären."
Lili sah sie verschlafen an. "Oh! Dann ziehe ich mich wohl besser an."
Amy winkte ab. "Mach ruhig langsam, Joe hat's nicht eilig."
Lili stand ächzend auf, verfluchte diesen harten Schaukelstuhl und hielt sich den Rücken, als sie Richtung Bad trottete.
Amy sah sich in der Wohnung um. In der Mitte des hinteren Teils stand ein großes Bett vor einem riesigen barocken Wandteppich, davor war eine aus Korb angefertigte Kommode angesiedelt. Rechts neben dem Bett befand sich die Tür, durch die Lili gerade verschwunden war, nun konnte Amy leises Rauschen vernehmen. Lili duschte. Rechts neben Amy stand ein großer Schrank aus dunklem Kirschbaumholz, davor ein antiker Schreibtisch mit einer grünen Leselampe und Lilis Computer. Eine Tür des Schrankes stand offen, also ging Amy zielstrebig drauf zu um die Tür zu schließen. Dabei fielen ihr einige Flaschen auf, die auf dem Boden vor Duncans grünen Ledersofa verstreut lagen. Sie hob einige auf und stellte sie auf den gläsernen Tisch, der vor dem Sofa auf dem Prokatteppich stand. Einige der Flachen wiesen einen matten Glanz auf, waren demzufolge schon ziemlich alt. Amy stutze. Sie wußte, das Duncan alte Weine und Bourbonsorten sammelte. Lili hatte also Duncans Sammlung schamlos nach alkoholhaltigen Getränken geplündert, vermutlich hatte sie sogar tausende von Dollars in sich hineingekippt. Amy grinste. Duncan würde es sicher nicht stören, wenn sie sich auch einen Schluck genehmigte. Aber um diese Uhrzeit? Amy stellte die Flaschen auf den Tisch, roch an einigen Öffnungen und verzog angewidert das Gesicht. Sie würde nicht um die Mittagszeit anfangen mit Lili um die Wette zu trinken, sie würde das ganz sicher überleben, aber Amy? Lilis Kater mußte mörderisch werden.
Durch Lilis Gesang wurde Amy aus ihren Gedanken gerissen.
"Ah, das tat gut. Jetzt fühle ich mich wie neugeboren.", trällerte Lili fröhlich. Von ihrer anfänglichen Mißstimmung war nichts mehr zu bemerken.
Amy lächelte verhohlen. "Warte nur, bis dein Kater einsetzt, dieser Whiskey hier zum Beispiel, ist von 1788, also noch vor der französischen Revolution. Er hat einen unschätzbar hohen Wert ...gehabt, genauso wie sein Alkoholgehalt. Adam meinte, Unsterbliche könnten sich zwar bis zum Tod betrinken, würden sich aber einige Stunden nach der Wiederbelebung wünschen, sie wären sterblich."
Lili stockte. Langsam breitete sich ein unangenehmer stechender Schmerz in ihrer Stirn aus. "1788?! Oh mein Gott, mein Kopf." Sie hielt sich mit einer Hand die Stirn und mit der anderen fuchtelte ein Handtuch, vor Amys Nase.
Amy lächelte. "Der Kater vergeht. Zieh dich jetzt bitte schnell an, wir müssen noch das Dojo öffnen und dann zu Joe gehen, ....äh....Melanie."
Lili stöhnte. Es war unmöglich die Ursache ihrer Reaktion zu bestimmen, ungeachtet der Tatsache ob das Stöhnen nun von ihren Kopfschmerzen oder ihrem Hass gegenüber diesem Namen herrührte. "nenn' mich nicht so! Ich bin Captian Lili Marquette, Taelonpilotin und Mitglied im Widerstand! Verstanden?!", fauchte sie Amy an.
"Aber auf dem Papier bist du Melanie de Salvo, merk' dir das gut! Ich werde dich in der Öffentlichkeit so nennen und du wirst dich als solche vorstellen!"

[...] Mutterschiff

"Zo'or?"
"Wie kann ich ihnen helfen?"
"ich arbeite ja eigentlich nicht für sie, aber seit dem ich mich näher mit ihrem Personal befasst habe, frag ich mich welche Funktion eigentlich diese Verena und dieser Adams haben?"
Der Synodenführer lächelte seinen neuen Lieblingsmenschen, Renee Palmer, überlegen an. "Diese Frage werde ich ihnen nicht beantworten, aber demonstrieren können. Folgen sie mir." Zo'or gleitete anmutig über den Boden des Raumschiffes gefolgt von Renee Palmer, welche unmerklich mit den Augen rollte.

Trainingsraum, kurz vor der Ankunft der neuen "besten" Freunde

Vistin stand in Angriffsstellung vor ihrem Onkel. Sie trug einen enganliegenden dunkelblauen Trainingsanzug, der es ihr ermöglichte, sich vollkommen ohne Behinderung zu bewegen. Ihr Onkel, Adams, war in Jeans und einen viel zu großen weißen Wollpullover gekleidet. Er hielt sein Schwert ebenfalls in Angriffsstellung und umkreiste Vistin, ein leichtes Grinsen umspielte seine Mundwinkel. Auch Vistin lächelte, aber sie bewegte sich keine Zentimeter von der Stelle. Solche Katz und Maus- Spielchen machten ihr ungeheuren Spaß, vor allem wenn sie ganz unerwartet zuschlagen und ihren Gegner somit aus der Fassung bringen konnte. Aber er würde sich nichts so leicht ärgern lassen, wie Cage letzte Woche. Er war viel zu leicht aus der Fassung zu bringen, schrie sie an und vernachlässigte somit seine Konzentration. Aber Methos würde ihr einen guten Kampf liefern, wer verlor stand in den Sternen geschrieben, jedenfalls würde der Sieger das Essen heute Abend nicht bezahlen.
Methos gingen ebenfalls Gedanken an sein heutiges Abendessen durch den Kopf, insgeheim freute er sich schon auf ein saftiges Rumpsteak mit Böhmischen Knödeln und einem köstlichen Bier, zum Nachtisch würde er sich einen teuren Cappuccino genehmigen und ein herzhaftes Stück Schokoladenkuchen....
Vistin schrie. Mit einem Schlag riss sie ihr Schwert in die Höhe und stürzte auf Methos zu. Dieser hatte nicht mit einem so schnellen Angriff ihrerseits gerechnet und sah sie dementsprechend überrascht an. Aber er hätte nicht 5000 Jahre lang überlebt, wenn er mit solchen plötzlichen Angriffen nicht fertig werden würde. Er preschte nach hinten weg, ging in Kniestellung und riss sein Schwert in die Höhe, gerade noch rechtzeitig um ihren Abwärtsschlag abfangen zu können.
Gerade in diesem Moment kamen Zo'or und Miss Palmer in den Raum, jedoch verzichtete Zo'or darauf eine Erklärung abzugeben, Renee sollte einfach nur zusehen. Diese war überrascht, sie dachte auf dem Mutterschiff trainierten nur die Pad'ar-Kämpfer.
"Seit wann fördern sie den Schwertkampf?", fragte Renee Palmer.
Erschrocken durch den plötzlich eintretenden Taelon und Rennees Frage, stoben Vistin und Methos auseinander und sahen die Neuankömmlinge erstaunt, wenn nicht sogar verärgert an. Immerhin ging es hier um ein Abendessen.
"Was erlauben Sie sich eigentlich?", geifte Vistin Rennee an.
Diese sah Vistin erstaunt an. "Ich wollte Sie nicht stören.", antwortete Rennee lediglich, ohne auch nur eine Regung zu zeigen.
"Ja, meine Liebe, bitte fahren Sie fort. Und auch sie, Doktor, fahren Sie mit ihrer Trainingseinheit fort. Wir wollen bloß zusehen, wenn es Ihnen nichts ausmacht.", schaltete sich Zo'or ein.
"Natürlich!", sagte Vistin und hob wieder ihr Schwert. Methos sah Rennee immer noch ein wenig erstaunt an, nickte fast unmerklich und wandte sich wieder seiner "Gegnerin" zu.
"Wollen wir fortfahren?", sagte Vistin zu Methos.
Dieser nickte, ging in Angriffsposition und wartete auf Vistins Reaktion. Diese fing an ihn zu umkreisen, knurrte ab und zu, was Methos ein belustigtes Lächeln entlockte. Sie liebte es beim Training eine Katze nachzuahmen, nur um ihm zu zeigen, wer hier die Katze und wer die Maus war. Aber das beeindruckte ihn niemals, und genau aus diesem Grund tat Vistin es immer wieder. Irgendwann würde er darauf anspringen.
Eigentlich haßte Methos ihr dämliches Geknurre, aber was sollte er machen. Mit einem Lächeln konnte er wenigstens die brennsliche Situation ein wenig auflockern. Etwa dreißig Sekunden später, nach schier endlosen Umkreisungen Vistins und Gelächter Methos' entschloß sich der älteste Unsterbliche seine Nichte anzugreifen. Aber Vistin war nicht so unvorbereitet wie er vor wenigen Minuten. Sie konterte seinen harten Schlag mit einer schnellen Kombination einzelnen Aufwärtsschlagen und drängte ihn somit in einen anderen Teil des Trainingsraumes. Er allerdings hatte mit ihrem Kontre gerechnet, ließ sich zurückfallen und parierte mit einem heftigen Abwärtsschlag. Dieser war härter als erwartet für Vistin ausgefallen und brachte sie ins Straucheln. Sie wankte einige Meter zurück und starrte Methos verärgert an. Wenige Sekunden verharrte sie in dieser Position, bevor sie, einen schrillen Schrein ausstoßend, wieder auf ihn lospreschte. Sie bearbeitete sein Schwert mit einigen heftigen Kombinationen, links, rechst, rechts, links. Aber sein Schwert schien überall zu sein, um ihre Schläge abzufangen. Wieder sprang Vistin zurück, doch Methos griff sie noch nicht an. Was hat er vor?, schoß es ihr durch den Kopf. Methos grinste. Noch ein paar solcher Angriffsaktionen und Vistin würde so außer Atem sein, das er es wagen konnte.
Knurren, Vistin knurrte wieder. Ebenso atmete sie tief ein und startete einen neuen Angriffsversuch. Irgendwie muß er doch klein zu kriegen sein.
Also preschte sie wieder nach vorne und schlug heftig auf ihn ein, diesmal verwendete sie eine Technik aus ihrem Unterbewußtsein, ein Wissen, das nicht sie sich erarbeitet hatte, sondern niemand anderes als Duncan MacLeod. Gewandt bewegte sich Vistin auf Methos zu, hob ihr Schwert und griff an.
Methos stockte, diese Bewegung, diese Anmut, dieser Stil kam ihm bekannt vor. Natürlich, sie hatte Duncan getötet und machte sich nun sein Wissen zu Nutze. Methos Lächeln gefror und er entschloß sich, sie anzugreifen. Mit einer schnellen Aufwärtsbewegung hatte er ihren, nein, Duncans Abwärtszug pariert und griff jetzt an. Einige schnelle Hiebe, einige gekonnte Vorstöße und Vistin war ins Straucheln gebracht worden. Methos grinste. Sollte dies der Augenblick sein, auf den ich so lange hingearbeitet habe? Er wollte es nicht glauben aber Vistin stand mit dem Rücken zu Wand, sah ihn flehend an. Wollte sie etwa aufgeben?
Er würde es jetzt tun. Methos hob sein Schwert und ließ es auf Vistin Kopf herabsausen.
Fortsetzung folgt....
Tja, wie wird es wohl weiter gehen? Wird Methos Vistin töten?
Ihr werdet es nächste, oder übernächste Woche erfahren.
Ghani und Sala

Teil 8

Disclaimer: Naja, ich weiß. Bei immerhin acht Teilen solltet ihr langsam wissen, was an dieser Stelle kommt. Sicherlich überlest ihr das hier schon immer. Deswegen werden wir hier nichts mehr dazu sagen, außer vielleicht das das Blondchen noch ihren großen Auftritt HAT!
Es läuft ab hier nicht mehr parallel zur Serie!

I. Erwachen

[...] Mutterschiff

Renée konnte es nicht fassen. Diese beiden Menschen bekämpften sich mit klirrenden Schwertern und Zo'or stand neben ihr, grinste bis über beide Ohren und sah diesem mörderischen Spiel gelassen zu.
"Zo'or!", rief Rennee plötzlich. "Wie können SIE das zulassen. Die beiden können sich doch verletzen, so ohne Schutzkleidung."
Aber Zo'or reagierte nicht auf sie. Der Mann stand plötzlich über der Frau und hob sein Schwert zum tödlichen Schlag.
"Nein!", schrie Renée und wollte auf den Mann zu stürmen, aber sie konnte nicht. Irgendjemand hielt sie fest. Allerdings war ihre Hilfe nicht mehr von Nöten denn um die junge Frau hatte sich plötzlich grüner Nebel gebildet, hüllte die beiden Gestalten fast völlig ein.
Die junge Frau schien neuen Mut gefaßt zu haben, riß ihr Schwert hoch und stellte es dem des Angreifers entgegen. Dieser stieß einen erschrockenen Schrei aus, sprang einige Schritte nach hinten und starte die Frau verblüfft an. Diese erhob sich, schüttelte sich und blickte ihn aus grün- leuchtenden, haßerfüllten, siegessicheren Augen an. Der Blick schien ihn fast zu durchbohren, so starrte sie ihn an. Aber er ließ sich nichts anmerken, schöpfte neue Kraft und stürmte einen schrillen Schrei ausstoßend auf sie zu. Die Frau ging in Angriffsstellung und erwartete ihren mit erhobenem Schwert entgegenstürmenden Angreifer.
Die Schwerter schlugen aufeinander, Funken sprühten. Einige harte Kombinationen und der Mann sah sich mit dem Rücken an der Wand. Er konnte weder vor noch zurück. Hatte nur die Möglichkeit, ihre harten Schläge mit gekonnten Bewegungen seines eigenen Schwertes abzuwehren.
Die Frau ging einige Schritte zurück, so ruhig und langsam. Man konnte fast den Eindruck gewinnen, das sie den Kampf abbrechen wollte. Die Schultern des Mannes sackten in Anbetracht der Entspannung der Situation nach unten. Aber leider war die Situation noch genauso ernst und tödlich wie vor wenigen Minuten. Die Frau starrte ihn immer noch aus den gleichen grünglühenden Augen an, sie hob ihr Schwert und....
...stieß zu. Ein schriller, erschrockener Schrei entsprang der Kehle des Mannes. Es klang nicht nach Todesangst oder Panik, eher nach einem Scherz. Er schrie, als hätte man ihn in einen Eimer Schleim greifen lassen.
Auf dem Gesicht der Frau spiegelte sich Zufriedenheit wieder. Jegliche Anspannung, der Haß und das leuchtende Grün ihrer Augen waren verschwunden, jetzt blickte sie ihn beinahe liebevoll an.
Der Mann keuchte, hustete und spuckte Blut. Schweiß rann in kleinen Rinnsalen von seiner Stirn. Er sackte nach vorne. Die Frau fing ihn auf, hielt ihn an der Schulter fest und drehte den Griff ihres Schwertes. Ein lautes Knacken war zu hören, gefolgt von einem Schmerzensschrei.
Als der Schrei verklungen war, hustete und keuchte der Mann wieder. Die Frau lächelte. "Tu das nie wieder! Verstanden?"
Der Mann nickte fast unmerklich, bevor sie ihr Schwert aus seinem Bauch entfernte und er tot zu Boden sank.
"Er ist tot!", schrie Renée. Sie riss sich von dem Freiwilligen los und rannte auf den toten Methos zu. Neben ihm sank sie auf die Knie und suchte seine Hand. "Wie konnten sie diese Abschlachtung nur zulassen?" Renée knetete verzweifelt seine Hand, Knochen knackten.
"Abschlachtung?", Vistin sah sie amüsiert an. "Er konnte sich doch wehren."
"Sie!", Renne blickte Vistin haßerfüllt an. "Sie töten einfach so. Er hatte ja gar keine Chance gegen Sie! Freiwillige, nehmen Sie diese Frau wegen Mordes fest.", befahl Renee in einen autoritären und keinen Widerstand duldenden Tonfall. Ein Freiwilliger wollte sich gerade in Bewegung setzten, Zo'or jedoch hob eine Hand, um ihm Einhalt zu gebieten.
"Ms. Palmer. Niemand hat hier irgendwen getötet.", sagte Zo'or ruhig.
"Niemand getötet? Sie wollen diesen Vorfall also vertuschen? Doors International wird das nicht dulden.", sagte Renée jetzt mit einem leichten Zittern in der Stimme.
Zo'or wollte gerade zu einer bissigen Bemerkung ansetzten, als sich plötzlich Methos Brustkorb hob. Er sog heftig die Luft ein und öffnete schlagartig die Augen, welche orientierungslos durch den Raum wanderten und Rennee erblickten. Diese hatte sich gerade zu ihm umgedreht, als sie sein Atemgeräusch vernommen hatte, nun starrten sie diese stechenden Augen an.
Renée schrie. Sie schrie aus Leibeskräften, schüttelte seine Hand ab, die ihre jetzt fest umklammert hatte, sprang auf und stürzte schreiend aus dem Trainingsraum.

II. Never tell the truth! And when you do, never tell more than needed


Seacouver, Dojo.
0.30 Uhr

Lili bewegte sich in eleganten und anmutigen Bewegungen über den Parkettfußboden des Dojos. Sie schien eine Art Tanz aufzuführen. Dabei sprang sie in die Höhe und schlug mit ihrem rechten Fuß nach einem imaginären Gegner, dann wieder bewegte sie ihre Arme in verwirrenden Bahnen, formte ihre Hand zur Waffe und stieß nach vorne. Dieses Spiel wiederholte sich einige Mal, solange, bis Lili total erschöpft in Mitten einer Bewegungskombinatorik abbrach, sich ihr Handtuch schnappte und sich das Gesicht abtrocknete.
Ein dreimaliges Klatschen war zu hören und Lili drehte sich hastig in die vermeintliche Ursprungsrichtung des Geräusches. Als sie den Mann erkannte entspannte sie sich und schlang sich das Handtuch um den Nacken.
"Warum hast du es mir nicht gesagt?", fragte sie der Mann plötzlich.
Lili sah ihn ernst an. "Ich hatte keine Möglichkeit, dich zu treffen, er..."
"Wer?!", unterbrach sie der Mann.
"Methos. Er hat von mir absolutes Stillschweigen verlangt."
"Und du hast ihm vertraut, nach allem was er getan hat?"
"Was blieb mir denn anders übrig? Er war der einzige, den ich kannte."
"Okay, Lili, ist ja schon gut. Du wirst deine Gründe gehabt haben. Aber jetzt lebst du ja wieder. Wir gehen jetzt zu den anderen und erklären ihnen was du bist und.."
"Liam, nein!", schrie sie ihn ein wenig traurig an. "Ich kann nicht. Ich bin unsterblich und ihr seid...", Lili zeigte auf ihn und machte eine alles umfassende Geste.
"Was?", Liam blickte sie fragend an.
"Ihr seid so verletzlich. Methos hat mir alles erklärt. Er braucht meine Hilfe, und du dürftest gar nicht von meiner Existenz wissen."
"Aber ich weiß es nunmal."
"Ja. Und das ist schlimm genug. Geh jetzt bitte, und erzähle niemanden, das du mich getroffen hast."
"Aber Lili?", sagte Liam verletzt. Lili jedoch hatte ihm den Rücken zugewandt. "Liam. Es muß so sein. Versteh mich doch."
"Lili, ich kann nicht.", begann Liam, wurde aber von dem plötzlich klingelnden Telefon unterbrochen.
Lili drehte sich mit einem verzeihenden Lächeln auf den Lippen zu ihm um und schüttelte den Kopf. Sie ging ans Telefon.
"DeSalvo?"
Liam wurde hellhörig. Einen neuen Namen gab es also auch schon.
"Ich schaffe es nicht!.", sagte eine Stimme am anderen Ende der Leitung. Lili nickte, sie zitterte. Also war es nun so weit. Es würde beginnen.
Gefaßt sagte sie in die Sprechmuschel: "Ich verstehe." Und legte auf.
Liam starrte sie fragend an, nachdem sie zurück in den Trainingsraum gekommen war. "Was?"
"Liam du mußt mir jetzt unbedingt vertrauen. Benachrichtige deinen Widerstand, niemand darf sich in den nächsten Wochen blicken lassen. Keine Aktionen, nichts. Verstecke Da'an, wenn er noch loyal zu uns ist. Hole ihn zu uns. Wir werden seine Hilfe brauchen, um..." Lili stockte. Sie durfte es ihm nicht erzählen. Noch nicht, Liam würde versuchen sie daran zu hindern. Aber eine andere Möglichkeit gab es nicht. Sie hatten danach gesucht, Nächte lang, Tage lang. Seit Monaten. Nichts. Nur diese eine, fast vernichtend kleine Chance.
"Was, Lili? Würdest du mir endlich erzählen, was hier gespielt wird?!", schrie Liam sie nun an.
"Nichts Liam, wir, ich versuche nur euer aller Leben vor dem Tod zu retten. Vertraue mir, versteckt euch, nutzt keine bekannten Verstecke, löst euch, wenn nötig auf. Ich werde euch benachrichtigen, wenn alles vorbei ist. Vertraue mir, Bitte." Mit diesen Worten drehte sich Lili um, ging in den Lastenaufzug, zog das Gitter herunter und fuhr nach oben. Liam blieb allein zurück.

III. Home, Sweet Home

"Da'an, sie kommen mit mir, sofort, keine Widerrede!" Liam stürzte in das Büro seines Arbeitgebers, hätte ihn am liebsten über die Schulter geworfen und einfach mitgenommen.
"Liam, was erregt Sie so?", Da'an blieb vollkommen gelassen, hielt es für die naiven Anwandlungen eines Kindes.
"Da'an, keine Widerrede, wir müssen sofort verschwinden.", schrie Liam ihn an.
Plötzlich hörte Liam Schritte. Er lauschte. Die Schritte hallten in den Gängen, kamen immer näher. Liam nahm Da'ans Hand und zerrte ihn schnell in den unterirdischen Eingang, dort preßten sie sich gegen die Wand und lauschten. Da'an wollte etwas sagen, aber Liam hob barsch die Hand und würgte damit jeden Widerstandsversuch des Taelons ab. "Vertrauen Sie mir, Da'an. Nur dieses eine Mal, bitte.", flehte Liam und Da'an gehorchte seltsamerweise.
Liam drehte sich zu seinen Arbeitgeber um und nickte, auch Da'an nickte, preßte sich dann enger an die Wand und lauschte. Liam lächelte verlegen, drehte sich dann zum Eingang und starrte gebannt auf die Eingangspforte von Da'ans Büro.
In Da'ans Büro erschien Methos. Er schlenderte beinahe vergnügt auf Da'ans Stuhl zu und rief nach ihm. Liam und Da'an wollten sich schon aus dem Gang begeben und auf den Freund zugehen, als dieser plötzlich sein Schwert zog und mit haßerfüllten Augen nach ihm suchte. Er schrie beinahe zornig nach Da'an, dieser zuckte zusammen und starrte weiterhin wie gebannt auf den ehemals so freundlichen Menschen.
Methos knurrte. Er ließ noch einige Male seinen eiskalten Blick durch das leere Büro schweifen, plötzlich fielen seine Augen auf einen dunklen Schatten, der sich vor dem geheimen Eingang abzeichnete. Liam hielt den Atem an, darauf bedacht möglichst kein Geräusch zu machen.
Aber Methos Blick blieb weiterhin auf diesen Schatten gerichtet. Ein siegessicheres Grinsen machte sich auf seinen Zügen breit und er ging ganz langsam auf den Geheimeingang zu.
"Wo bist du den, Da'an? Komm her, komm zu mir!", höhnte er.
Aber plötzlich veränderten sich seine harten Züge, ein beinahe sanftes, aber verzerrtes Lächeln huschte über sein Gesicht und er blieb stehen, blickte sich verwirrt im Raum um und drehte sich dann wieder um.
Liam atmete auf. Aber die Gefahr war noch nicht gebannt.
Im Eingang erschienen Vistin und Zo'or. "Ist er hier?", fragte der Taelon.
"Ich kann den Verräter nicht finden. Ihr könnt kommen, das Büro ist leer.", rief Methos, immer noch verwirrt umherblickend.
Da'an und Liam atmeten erleichtert auf, preßten sich aber dennoch enger an die Tunnelwand, als sie die Worte Methos vernahmen. Dann starrten sie sich verblüfft an, schlichen nach hinten und verschwanden in der Dunkelheit.
Augur hatte nach Liams Aufruf seine so teuer erstandene Wohnung mit Hilfe einiger Widerstandsmitglieder ausgeräumt und das gesamte Mobiliar in ein altes Versteck gebracht. Dabei handelte es sich um unterirdische Höhlen, die ein reicher Industrielle, Gönner des Widerstandes, um die Zeit der Jahrtausendwennde aus übertriebener Weltuntergangsparanoia angelegt hatte. Da dieser inzwischen verstorben war und alle Aufzeichnungen über das Höhlensystem in den Appalachen auf mysteriöse Weise verschwunden waren, eignenden sich diese hervorragend für ein zeitweiliges Versteck des Widerstandes.
Inzwischen war der Großteil der nordamerikanischen Zellen eingetroffen, ähnliches spielte sich auf den anderen Kontinente ab. Nur einige Schläfer waren aktiviert worden und spionierten nun wichtige Organisationen aus, damit die Verbindung zur Zivilisation nicht ganz abriss. Ob es nun die Putzfrau im Pentagon oder die Geliebte (wie wär's mit Gattin Monica, geborene Lewinsky?) von Thompson war, überall befanden sich Informanten.
Augur verließ als letzter die Wohnung, dachte an die vielen gemeinsamen Pockerabende mit Maiya, Lili und Liam zurück. Er erinnerte sich an die ungewollte Drogensucht von Lili, ihren fast tödlichen Entzug und wie nahe sie sich dabei gekommen waren. Jetzt war sie tot!
Er schloß die Tür, aktivierte die Sicherheitsprotokolle. Es wurde dunkel im Raum, ein weiteres Kapitell des Widerstandes war beendet, niemals würde wieder jemand von diesen Räumen aus die Leitung der Zellen übernehmen. Hoffentlich würde auch ein weiteres Kapitel glücklich beendet werden können.

IV.

Eine blonde Frau, Anfang 20, kletterte auf einen verdammt großen Felsen. Schweiß rann ihr die Stirn herunter. An ihren Händen hatten sich Risse von spitzen und kantigen Felsspalten gebildet, aber sie kämpfte sich unermüdlich den Berg hinauf, die Schmerzen ihrer Muskeln ignorierend, sowie ihren Durst, der ihr den Verstand zu rauben schien.
Plötzlich griffen ihre Hände ins Leere. Sie faßte etwas tiefer und konnte den Rand des Hochplateaus fühlen. Sie griff nach losen Steinen, wühlte im Sand und zog sich nach oben, über den Rand des Plateaus, prustete und keuchte von ihren Anstrengungen erschöpft. Als sie wieder einigermaßen zu Atem gekommen war erblickte sie es, weswegen sie den ganzen Weg auf sich genommen hatte. Es war wunderschön.
Die junge Frau lächelte zufrieden, ihre kleine Reise konnte beginnen.
Sie betrat das Shuttle ihrer verhaßten Feinde. Ronny hatte gute Arbeit geleistet, die Systeme des Shuttles funktionierten einwandfrei.
Sie machte es sich im Pilotensitz bequem und startete direkt in den Interdimensionsraum.

Seacouver. Dojo
3 Tage später

Renée Palmer betrat den mit Parkett ausgelegten Trainingsraum des Dojos. Eine junge Frau, etwa in ihrem Alter kam ihr mit zur Begrüßung ausgestreckten, rechten Hand entgegen.
"Schön das sie kommen konnten, Ms. Palmer!"
"Sie sind...?"
"Ja, aber das ist unwichtig, viel wichtiger ist, wie wir die Zusammenkunft für uns ausnutzen!"
"Diese spezielle Zusammenkunft?", fragte Renée ungläubig.
"Ja und wir wissen, wer der Sieger sein muß, auch wenn er zur Zeit auf der anderen Seite steht. Wenn er der Sieger ist, kommt ihr Part, Ms Palmer. Sie müssen mich unbedingt informieren, auch wenn sie gewonnen haben sollte.."
"Wieso sollte ich ihnen helfen?"
"Weil ein allwissender Unsterblicher für die Taelons zu nutzbringend ist."
"Noch einen Wunsch?!", fragte Renée etwas gereizt.
"Ja, informieren sie mich ständig über das Verhältnis der Beiden, sticheln sie wenn möglich, aber unauffällig und bringen sie sich niemals in Gefahr, seien sie niemals alleine mit den Beiden oder einem von ihnen. Und sorgen sie nach Möglichkeit dafür, das ich dem Kampf aus sicherer Entfernung beiwohnen kann!"
"Wieso nicht näher?"
"Wenn zwei mordlustige Unsterbliche in der Nähe sind werde ich immer so schüchtern! Mehr müssen sie nicht wissen! Sie erreichen mich hier."
"Aber..." Renée wollte zu einer neuen Frage ansetzten, aber die Frau stoppte sie mit einer Handbewegung.
"Wissen kann tödlich sein!"
Die junge Frau ging zum Ausgang, ohne sich umzudrehen verließ sie das Dojo Melanie DeSalvos.
Renee blieb verdutz hinter ihr herstarrend alleine im Trainingsraum zurück. Sollte sie ihr nun helfen oder nicht?

V.

Apalachen

Augur begutachtete sein neues Operationszentrum und ihm gefiel, was er sah. Ihr neuer Industrieller, ein gewisser Julian Santos aus Spanien, hatte sich über die spanischen Widerstandzellen mit ihnen in Verbindung gesetzt und ihnen vor einigen Tagen eine neue Computeranlage gestiftet. Ein herrliches Gerätchen.
Augur grinste. Hier würde er sicher einige Stunden am Tag verbringen. Sein Lächeln gefror, den ganzen Tag würde er hier verbringen. Woanders durfte er ja seit Liams unnötiger Fluchtaktion nicht mehr hin!
Dieser Möchtegern- Anführer leidete zur Zeit an einem gewaltigen Übermaß an Paranoia, überall sah er Verfolger und ständig flüsterte er. Er hatte wohl zu viele Agentenfilme gesehen und nahm dessen Klischees viel zu ernst.
Augur grinste wieder. Irgendwie sah er es gerne, wenn er sich so benahm, es machte ihn so verdammt menschlich. Naja, zu 70% ist er es ja auch, aber eben nur zu 2/3.
Augur stöhnte. "Machen wir uns an die Arbeit, mein Alter." Er rieb sich die Hände und ging auf das erstbeste Terminal zu und fing an, wie wild darauf einzuhämmern. Er hatte noch sehr viel zu tun, bis die Leitung zu anderen Zellen stehen würde.
Dreieinhalb Stunden und zwei Kannen Kaffee später erschienen plötzlich Liam und Da'an im Hauptraum des Höhlenkomplexes. Beide waren völlig fertig, schlichen über den Boden des Raumes und setzten sich auf die nächstbeste Sitzgelegenheit.
Augur bekam nur allmählich von der Anwesenheit der beiden Wind. Er hämmerte weiter auf seinem Terminal, drehte sich kurz zu Da'an und Liam um und hämmerte dann ungeniert weiter.
Plötzlich hielt sein Hämmern inne und er starrte nur noch auf den Monitor. Augenblicke später flog er herum und starrte beide aus weit aufgerissen Augen an. "Was hat das zu bedeuten Liam!? Was soll der hier?!"
Liam stöhnte. "Bitte nicht. Ich bin fertig. Da'an, würden Sie?"
Da'an nickte. "Natürlich." Der Taelon erhob sich langsam, schwebte einige Runden um das Sofa und fuchtelte hektisch mit seinen Händen vor seinem Körper. Die Ruhe, die er sonst ausstrahlte, hatte sich in blanke Nervosität gewandelt.
Aber nach wenigen Sekunden hatte er sich unter Kontrolle und begann seine Erzählung. "Wir mußten fliehen. Methos ist aufgetaucht und hat nach mir gesucht. Der Major kam glücklicherweise noch rechtzeitig und wir versteckten uns. Nachdem wir einen Shuttleabsturz relativ unverletzt überlebt hatten, kämpften wir uns hierher. Und nun sind wir hier."
Augur starrte den Taelon feindselig an. "Methos hat versucht, Sie zu verraten?"
Liam nickte. "Er kam in Da'ans Büro, rief nach ihm. Dann wurde er plötzlich sehr wütend und schrie nach ihm. Er schien meinen Schatten entdeckt zu haben, ging schon darauf zu. Doch dann veränderten sich seine Gesichtszüge, er schien ziemlich verwirrt zu sein. Jedenfalls rief dann Vistin nach ihm und er verriet uns nicht."
"Seltsam.", sagte Augur geistesabwesend. "Und warum hast du Da'an hierher gebracht, Liam?"
Liam zuckte mit den Schultern. "Meine... Quelle hat von mir verlangt, ihn zum Widerstand zu bringen. Sie sagte, sie würde ihn später unbedingt benötigen."
"Deine Quelle?!", fragte Augur etwas gereizt, "Wer ist deine Quelle?! Renée?!"
Liam zuckte die Achseln "Irrelevant. Wichtig ist nur, wir können ihr vertrauen."
Augur knurrte. "Wie kannst du dir da nur so sicher sein?!"
"Ich weiß es eben, das genügt. Wie weit bist du hier mit der Einrichtung und den Verbindungen?"
Augur resignierte. Dann eben nicht. "Soweit ist alles in Ordnung. Ich habe mit den Kommunikationsverbindungen noch einige Stunden zu tun, aber dann sind wir wieder im Geschäft."
"Sehr gut.", Liam erhob sich und ging auf seinen Freund zu. "Entschuldige, aber ich kann es dir nicht verraten. Vertraue mir einfach."
Augur nickte gereizt. "Ja, ja. Mir bleibt doch gar nichts anders übrig. Aber mal was anderes: Was ist mit seiner Verbindung zum Gemeinwesen? Die werden sicher schon an die Große Glocke gehängt haben, daß Da'an die Synode verraten hat und so. Die werden ihn suchen und durch seine Verbindung zum Gemeinwesen werden die ihn HIER finden und wir werden eine Grillpartie mit den Freiwilligen veranstalten. Fragt sich nur, wer hier das Würstchen ist?!"
Liam grinste. "Die Dichte der Sedimente wird ihre Ortung vorläufig reflektieren, aber das ist nur eine Übergangslösung."
Augur nickte. "Ja, und was dann? Warten wir, bis sie ihn gefunden haben und dann mit gezückten Schwertern hier auftauche?!"
Da'an lächelte verlegen. "Nein, dann werde ich zu ihnen gehen."
Liam und Augur starrten ihn verblüfft an. "Das können Sie nicht machen!", rief Liam. Und Augur stichelte: "Dann haben wir bald einen großen Haufen Taelonmatsch hier rumliegen."
Da'an verzog bei dem Gedanken, nur noch Schleim zu sein, das Gesicht. "So eilig habe ich es auch nicht mit dem Tod."
"So weit wird es nicht kommen, Augur, und nun an die Arbeit."

Restaurant Bombay, 20: 30 Uhr

"Meine, Liebe, hauen Sie ordentlich rein und nehmen Sie nur das teuerste, Adam bezahlt.", Vistin nickte ihrer neuen Freundin Renée verschwörerisch zu und faßte sie bei der Hand.
Renée lächelte verlegen. "Sollten wir nicht warten bis er hier ist?"
Vistins Blick gefror. "Er braucht immer seine zeit auf der Toilette, das war schon immer so. Wissen Sie, ich verbrachte einige Zeit mit ihm, wunderbare Jahre. Damals hat er sich nie ausgetrödelt, niemals. Immer war er der letzte."
Renée wurde neugierig. "Sie sind mehr als nur Nichte und Onkel gewesen?"
Vistin lächelte. "Das mit dem Onkel ist so eine Sache. Wissen Sie, da sie ja von unserer Unsterblichkeit wissen, kann ich ihnen auch einiges erzählen. Seine Freunde und er fanden mich als fünfjähriges, verängstigtes Mädchen und zogen mich auf. Ich nannte einen von ihnen meinen Vater, die anderen Onkel. Jahre später, als ich erwachsen und unsterblich war, weihte er mich ein. Wir, vielmehr er beschloß, sich von den anderen zu trennen und wir zogen weg. Wir wurden mehr als nur Verwandte. Ich genoß diese zeit wirklich...."
"Und ich auch.", sagte Methos und setzte sich auf seinen Platz neben Vistin. "Aber sie tauchten wieder auf und zerstörten alles."
"Oh, nein, du konntest es nicht ertragen, daß ich mich zu Vater hingezogen fühlte."
"Ja.", fauchte Methos. "Du konntest dich ja nicht mit einem Liebhaber zufrieden geben, es mußten ja gleich zwei sein!"
Vistin schnaubte. "Aber dich hat das ja auch nicht weiter gestört, diese widerliche kleine Zicke, wie du sie behängt und umschwänzelt hast. Aber retten konntest du sie nicht, nein, dazu warst du nicht in der Lage..."
"Du!"
"Ja!", Vistin grinste triumphierend. "Ich war es aus zwei Kilometern Entfernung habe ich sie mit eigenen Händen erstochen und du konntest nichts dagegen tun. Nichts!"
"Äh, Leute, entschuldigt. Können wir bestellen, ja?!", ganz kleinlaut tastete sich Renée vorsichtig an die Streithähne heran. Diese hielten plötzlich inne und starrten sie verblüfft an, so als würden sie sich wundern, daß sie überhaupt noch da säße.
Vistin schüttelte sich und knurrte. "Mir ist der Appetit vergangen!", fauchte Vistin, zupfte an ihrem neuen Kleid und stolzierte hocherhobenen Hauptes aus dem Lokal.
"Gut, dann essen wir eben alleine.", sagte Methos in einem sanften Tonfall. "Nicht war, Renée?" Er grinste sie verführerisch an und stütze seinen Kopf auf die Rechte Hand.
Renée zog erstaunt die Augenbrauen hoch, lächelte verlegen und nickte schließlich zaghaft. "Wie Sie meinen."
Sich an die Worte der Frau erinnernd fluchte sie.
Scheiße!
Fortsetzung folgt...

Teil 9

Disclaimer: Na ja, ich weiß. Bei immerhin neun Teilen solltet ihr langsam wissen, was an dieser Stelle kommt. Sicherlich überlest ihr das hier schon immer. Deswegen werden wir hier nichts mehr dazu sagen, außer vielleicht dass das Blondchen noch ihren großen Auftritt HAT!

Es läuft ab hier nicht mehr parallel zur Serie!

I. Die Entscheidung, Teil I

Ich hasse SIE! Sie, mit ihren wunderschönen blonden Haare, ihrer tollen Figur und diesem engelhaften Grinsen. Oh, wie ich dieses Grinsen hasse. Und er fällt darauf herein. Alles hätte so sein können wie frührer, wäre SIE nicht aufgetaucht. Hätte er sich nur nicht für SIE entschieden. Nein, SIE hätte er sitzen lassen müssen, nicht mich. Ha, wer bin ich schon?! Ja, ich bin die Verzweiflung und er ?! Ja, er der Tod. Er gehört zu mir, nicht zu diesem ...Flittchen. Sie spielt falsch, womöglich gehört sie zu den Verrätern. Ja, das ist die einzige vernünftige Erklärung. Sie versucht uns zu entzweien, weil sie zu dem Widerstand gehört. Sie säht eifrig Zwietracht und will dass wir uns gegenseitig töten. Genial. Aber es wird nicht funktionieren. Nicht solange ich hier die Fäden ziehe, wenn es nicht im Guten klappt dann eben Plan B. SIE muss sterben. Die Alternative ist undenkbar.

Vistin zog ihr Schwert ein letztes mal empor, stieß geschickt nach vorne und verhaarte dann zufrieden grinsend in der Ausgangsposition.

Es wird gelingen.

[...] Mutterschiff

"Zo'or!", hallte eine Frauenstimme durch die Kommandozentrale des Mutterschiffes. "Zo'or!"
Der angesprochene Taelon wendete sich ihr zu und lächelte etwas verlegen, als er seine alte Freundin erkannte.
"Womit kann ihn Ihnen dienen, Verehrteste?", fragte er schmeichelnd.
Die Frau lächelte süffisant. "Die Frage sollte wohl eher lauten: <Womit kann ICH ihnen dienen?>."
Zo'or blickte sie fragend an. "Nun, meine Liebe..."
Vistin näherte sich langsam seinem Stuhl und schlich um ihn herum, blieb an der Rückseite stehen und ließ ihre Hände auf Zo'ors Schultern gleiten. "Wissen Sie, was ich herausgefunden habe?", flüsterte sie in sein Ohr.
Zo'or fröstele. Noch niemals war ein "Mensch" ihm so nahe gekommen. "Nein!", stellte er mit einer gewissen Neugier fest.
Vistin lächelte. "Sandoval. Er...", sie verstummte, wollte den Augenblick des Triumphes voll auskosten, und außerdem Zo'or martern.

"Was!?", Zo'or drehte sich zu ihr um und schaute ihr fest in die Augen. Vistin lächelte.
"Er hat kodierte Funksprüche an irgendjemanden gesendet."
"Es ist kein Verbrechen, kodierte Funksprüche zu senden."
Vistin lächelte. Sie ließ von Zo'or ab und wanderte wieder um seinen Stuhl, seine Augen folgten ihr, schienen regelrecht an ihren Lippen zu kleben.
"Nein, da haben Sie recht. Ein Verbrechen ist es nicht. Aber an wen sind diese Funksprüche wohl gegangen und was enthielten sie wohl?" Sie lächelte zufrieden, als sie Zo'ors Reaktion erkannte.
Zo'or sprang aus seinem Stuhl und rief nach einem Freiwilligen. "Nehmen Sie einige ihrer Männer und bringen Sie sofort Agent Sandoval hierher. Und beeilen Sie sich." Der Freiwillige salutierte und sprintete davon.
"Und nun erklären Sie mir, was für Funksprüche das waren und an wen sie gegangen sind."
Vistin lächelte erneut. "Natürlich.", Sie schwebte um Zo'or herum und ließ sich in seinen Stuhl sinken. Er zog, angesichts dieses Frevels, lediglich die imaginäre Augenbraue nach oben, sagte jedoch nichts. Jeden anderen hätte er wohl auf der Stelle erschießen lassen, aber Vistin konnte sich einiges bei ihm herausnehmen. Na ja, eine Schussverletzung würde sie ja auch nicht töten. Zo'or müsste schon etwas stärkeres verwenden, wie zum Beispiel ein Schwert. Aber welcher seiner Leute hätte sich bereiterklärt, eine wunderschöne, obwohl nicht mehr ganz so junge Frau einfach zu köpfen. Der Einzige, der dies vermutlich seit einigen Tagen mit Freude getan hätte, befand sich zur Zeit mit Ms. Palmer auf der Erde.
"Ich habe in Anbetracht der Situation die Funklogbücher überprüfen lassen und habe herausgefunden, das Sandoval Koordinaten gesendet hat. Und an wen, werden Sie sich sicherlich jetzt fragen?"
Zo'or nickte eifrig.
"Nun, dazu benötige ich ihre Hilfe, denn leider reichen meine Autorisationscodes nicht über Stufe drei hinaus und um einen Funkspruch zu lokalisieren benötigt man doch Stufe drei, oder?"
Zo'or war nun nicht mehr aufzuhalten. Mit einer geschwinden Handbewegung verscheuchte er Vistin von seinem Stuhl und öffnete sein Terminal.
Vistin grinste zufrieden.
Zo'or führte einige komplexe Handbewegungen aus und hatte wenige Minuten später ein Ergebnis, welches er Vistin stolz präsentierte.
"Sandoval hat diesen Funkspruch an einen gewissen Augur gesendet. Wenn ich mich recht entsinne, arbeitet dieser Mann beim Widerstand."
Vistin lächelte. "Wir haben unseren Verräter, Zo'or."
Zo'or nickte. "Und dazu auch noch eine Widerstandszelle ausfindig machen können. Gute Arbeit, meine Liebe. Aber eines stört mich dann doch."
Vistin zog fragend die Augenbrauen hoch. "Bitte?"
"Mr. Sandoval ist implantiert. Er besitzt sozusagen gar nicht die Motivation, sich gegen uns zu stellen."

Vistin zuckte mit den Achseln. "Was weiß ich. Fehlfunktionen, wenn sie mich fragen."

"Höchstwahrscheinlich. Und nun lassen Sie uns eine Verhörtaktik erarbeiten. Er muss diesen Verrat selber zugeben."

II. Die Entscheidung, Teil II

Versteck des Widerstandes, Appalachen

Ein Taelon schlich durch das unterirdische Gängelabyrinth der geheimen Anlage. Nachdem sich die Widerstandsmitglieder seiner Loyalität versichert hatten, konnte er sich frei bewegen, was er natürlich auch ausnutzte. Er wusste zwar wo sie sich befanden, aber nicht genau wie das hier alles zu Stande gekommen. Weder Augur, noch Liam hatten so viel Geld um eine Anlage dieser Größe zu finanzieren.
Er bewegte sich weiter, durch einen röhrenförmigen Gang aus Beton. Er musste lange nicht mehr genutzt worden sein und doch hatten die Geländer an den Seiten noch keinen Rost und Staub angesetzt.
Am Ende des Ganges war nun ein Licht zu erkennen. Da'an lächelte und ging zielstrebig darauf zu. Als er das Ende des Ganges erreicht hatte, trat er auf eine riesige freie Fläche in einem nicht natürlichen Raum. Dieser Raum war geometrisch angelegt und erstreckte sich grob geschätzt über mindestens drei Kilometer.
Er besaß eine Breite von mindestens vierhundert Metern und an den Seiten dieser freien Fläche waren Lichter und Lampen platziert worden, die ihn beleuchteten.
Da'an ging weiter in die Mitte der freien Fläche und drehte sich im Kreise, die Lichter schienen kein Ende nehmen zu wollen. Doch, da. An dem einen Ende des Ganges endeten die Lichter und gingen in einen grauweißlichen Schein über. Dieser Punkt war nur wenige Hundert Meter von Da'an entfernt, also ging er darauf zu.
Als er den grauen Schein erreicht hatte und vollends darin stand, blickte er nach oben, um den Ursprung des Scheines auszumachen. Dieser war nichts anderes als die Sonne selbst, denn etwa zweihundert Meter über Da'ans Kopf endete eine riesige Röhre und ging direkt in den frischen Waldboden über.
"Unglaublich.", flüsterte der Taelon in seiner Muttersprache. Er nahm sein Global und funkte die anderen Widerstandsmitglieder an, um ihnen von seiner phantastischen Entdeckung zu berichten.

[...] Mutterschiff

Agent Sandoval wurde von zwei Freiwilligen in die Kommandozentrale des Mutterschiffes geführt, wo ihn zwei siegessicher lächelnde Kampfgefährten erwarteten.
Vistin saß in Zo'ors Kommandosessel und der Taelon stand hinter ihr, hatte seine Hände auf die Lehnen des Stuhles gelegt. Es überraschte Sandoval, dass Zo'or jemandem erlaubte in seinem Stuhl zu sitzen, und sich dann auch noch so lümmelte.
"Sie kennen die Anschuldigungen, die gegen sie erhoben werden?!", begann Zo'or sein kleines Katz und Maus Spiel.
"Ich denke schon!"
"Sie denken? Das ist ja mal was ganz neues!", spottete Vistin und wurde sofort mit einem strafenden Blick von Zo'or bedacht.
"Um sicher zu gehen: Sie werden des Hochverrats beschuldigt. Sie haben mit dem Widerstand zusammengearbeitet, indem sie nachweislich Informationen an ein hochdekoriertes Mitglied des Widerstandes weitergeleitet haben..."
Von was quasselt der denn? Seit wann sind Jaridians Mitglied im Widerstand??

"...und aus diesem Grund werden sie in einer Stunde exekutiert werden! Ich gebe ihnen jedoch noch eine Chance ihr erbärmliches menschliches Dasein zu retten!"
"Ich werde alles tun, was sie von mir verlangen, wenn es mein Leben retten sollten."
Zo'or lächelte. "Ich habe Sie also nicht falsch eingeschätzt."
"Oh, doch, das haben Sie, Sie wissen gar nicht, wie falsch Sie mich eingeschätzt haben. Was verlangen Sie von mir?"
"Führen Sie Vistin zur letzten Unsterbliche, die neben unseren beiden noch existiert."
Sandoval stutze. Das war alles?! Er sollte nicht den Widerstand enttarnen, oder sogar die Jaridianflotte zurückschicken? Nur eine jämmerliche kleine Unsterbliche preisgeben? Gut, wenn er das wollte, sollte er sie haben.
"In Ordnung. Aber wieso nur eine kleine Unsterbliche?"
"Weil sie vermutlich den Stein von Methusalem hat."
"Was ist das denn?!", fragte Sandoval ungläubig.
Vistin lächelte. "Etwas wunderschönes und mächtiges. Mit seiner Hilfe werden wir Armeen von Unsterblichen schaffen können, die gegen jede Macht im Universum bestehen können und ich werde sie anführen. Also lassen Sie uns gehen."

Hauptquartier des Widerstandes, Appalachen

Nachdem man die Landebahn des überaus paranoiden Industriellen entdeckt hatte, untersuchte man sie weiter und entdeckte geheime, mit Kacheln versehene Räume, die unter schweren Eisengittern rechts und links neben der Landebahn angesiedelt waren. Diese Räume waren in genau der Mitte mit drei riesigen aus dem Boden ragenden Rohren versehen. Ab der zur Mitte der ebenen Fläche angelegten Wand ragte ein riesiges Kabel aus der Wand und verschwand auf der anderen Seite des Kachelraumes wieder. Dieses Kabel führte direkt in eine Steuerzentrale, von wo aus man das riesige Pumpensystem kontrollieren konnte.
"Und was machen wir jetzt damit?", fragte Liam, der sich die Steuerzentrale genauestens angesehen hatte.
"Keine Ahnung", antwortete Da'an, "Vielleicht nützt sie uns noch einmal etwas."
Liam zuckte mit den Schultern und lehnte sich gegen ein Schaltpult. Plötzlich gab ein Hebel nach, an den sich Liam gelehnt hatte. Er schreckte zusammen und ging schnell davon weg, aus Angst etwas kaputt gemacht zu haben. Aber nichts passierte. Liam und Da'an sahen sich verwundert an und wollten gerade nach draußen gehen, als der ganze Boden anfing zu vibrieren.
"Shit!", schoss es Liam durch den Kopf.
Die Kachelräume füllten sich blitzartig mit Wasser, welches aus den Schläuchen geschossen kam. Es drang durch die Gitter nach oben und innerhalb von zwanzig Sekunden stand die gesamte Landebahn unter Wasser, und das Licht wurde durch einen bläulichen Schimmer ersetzt.
Die Widerstandmitglieder, welche sich auf der Landebahn befanden standen bis zur Brust im Wasser und fluchten lauthals.
Liam und Da'an kamen langsam aus der Schaltzentrale hervor und konnten sich gerade noch auf einen wenige Zentimeter breiten Sims retten, bevor sie auch ins Wasser gefallen wären. Die Schimpfworte, welche Augur ihnen wütend entgegenschleuderte, überhörten sie, während sie zurück in den Aufenthaltsraum gingen. Glücklicher Weise konnte Da'an sich schnell genug auf den Sims retten, denn wir kennen ja alle die fatale Wirkung wenn Taelons inBerührung mit Wasser kommen.



Dreißig Minuten später, alle sind wieder einigermaßen trocken
"Liam, ich hätte da eine Frage, die mich schon einige Tage lang beschäftigt."
Liam drehte sich zu Da'an um, welcher gerade Augurs Pferdeschwanz mit einen unscheinbar kleine Handtuch bearbeitet.
"Ja, Da'an?"
"Nun, woher bekommen sie eigentlich, ihre überaus präzisen Angaben zum derzeitigen Geschehen auf dem Mutterschiff?!"
Liam stöhnte entnervt. "Dieses Thema hatten wir doch schon und Sie kennen meine Antwort."
"Ja, und sie ist unbefriedigend.", knurrte Augur. "Verdammt Da'an, ich weiß ihre Hilfe zu schätzen. Aber sie könnten ruhig etwas sanfter sein, sonst habe ich bald gar keine Haare mehr auf dem Kopf."
Da'an ließ plötzlich von Augur ab. "Wie sie wollen. Also Liam. Ich bitte Sie, wir kämpfen immerhin für die gleiche Sache, ihr Informant und wir. Er ist genauso gefährdet wie wir."
"Vielleicht, vielleicht aber auch nicht und SIE wünscht, das ihre Identität absolut geheim bleibt."
Augur knurrte wieder. "Liam, langsam reicht's. Wer ist sie?! Wir werden schon nicht zu Zo'or rennen und es ihm geradewegs auf die Nase binden und auf die Stirn werde ich es mir auch nicht tätowieren."
Liam schüttelte den Kopf. "Sie will aber anonym bleiben und..."
"Ja, Liam?", Da'an sah ihn fragend an.
"...und ihr würdet es mir sowieso nicht glauben."
"Ha, wenn du wüsstest was wir dir schon alles abgekauft haben!", höhnte Augur und rubbelte sich seinen Pferdeschwanz selber trocken. So wie sie, dachte Augur.
"Okay, okay. Ihr werdet sicher nicht früher still sein, ehe ihr wisst, wer sie ist, oder?!"
Da'an und Augur nickten beide eifrig.
"Gut, wie ich befürchtet habe. Also lernt ihr sie am besten selber kennen."

Seacouver, irgendwo in den Gassen beim Hafen

Renee schlich durch einige schmuddelige Gassen, war auf dem Weg zu Lili um ihr von einem ohrenbetäubend lauten Streit zwischen Methos und Vistin zu bereichten. Vermutlich würde es nicht mehr lange dauern und die zwei hacken sich gegenseitig die Köpfe ab.

Der Grund ihres Streites war klar: Renee und ihr Verhältnis zu Methos, obwohl man das nicht als Verhältnis oder gar Beziehung bezeichnen konnte. Sie war lediglich in den letzten Tagen einige Male mit ihm aus gewesen. Natürlich hatten sie auch Vistin um ihre Begleitung gebeten, aber sie hatte jedes mal abgelehnt und ist dann wütend abgezischt.

Plötzlich hielt sie inne und drehte sich, klopfenden Herzens, suchend im Kreis. Irgendwie hatte sie das Gefühl, sie würde von jemandem verfolgen, aber Renee konnte niemanden entdecken. Also ging sie weiter, aber vorsichtiger und angespannter.

Nach etwa einhundert Metern erreichte sie das Ende der Gasse, sie schaute sich nochmals um und ging dann auf die Hafenstraße zu Melanie DaSalvos Dojo. Methos folgte ihr.

Vistin und Sandoval schritten zügig entlang der Hafenstraße in Richtung Melanie DeSavlos. Plötzlich hielt Vistin inne und schaute auf. Ein Unsterblicher, aber wer?
Hinter eine Hausecke tauchte plötzlich Methos auf und starrte Vistin zornig an. "Was machst du hier?", fragte er sie sofort, ohne Sandoval auch nur eines Blickes zu würdigen.
"Das geht DICH gar nichts an.", fauchte Vistin.
"Du meinst, dein ‚Sich-ständig-in-meine-Angelegenheiten-einmischen' würde MICH nichts angehen?!", zischte er verärgert.

"Was willst du denn hier? Wohl diesem Flittchen hinterher jagen?"

"Zügele deine Zunge, dein Spiel kann tödlich enden. Und Sie, Mr. Sandoval, wieso begleiten Sie Vistin?"
Vistin schob sich nun vor Sandoval und zischte. " Auch geht Dich nichts an!"
Sandoval versuchte sich aus der Schusslinie zu ziehen.
"Wenn Sie lieber ungestört sein wollen, kann ich mich auch um wichtigeres kümmern!"
"Sie bleiben!", fauchten Vistin und Methos beinahe gleichzeitig.
Sandoval zuckte zusammen und wagte nun nicht mehr, sich auch nur einen Millimeter zu bewegen.
"Also, was soll dieses ganze Gehabe mit MS. PALMER!"
"Du interessierst dich für meine Freundschaften?! Bist du etwa eifersüchtig?", Methos grinste bis über beide Ohren, aber es war kein belustigendes Grinsen, eher bösartig und lauernd.
Vistin grinste zurück: "Wenn ich eifersüchtig wäre, wäre die blonde Schlampe schon tot."
Methos wurde sichtlich wütend, ohne seine Ziele und Absichten aus den Augen zu verlieren. "Langsam ertrage ich dich nicht mehr.", er schien fast zu schreien "Nach 4000 Jahre muss endlich Schluss sein!" Er beobachtete Vistin hinter seiner aufgebrachten Fassade mit der berechnenden Ruhe eines Raubtiers. Das was er in den letzten Wochen gesehen hat erschreckte ihn. Vistin war die letzten Jahrhunderte sehr friedlich gewesen. Inzwischen wusste Methos dass Vistin die Wahrheit kannte. Doch damals als sie MacLeod das erste mal traf hatte sie ihn nicht getötet, sich nicht gerecht, wieso hat sie es dann so viele Jahre später doch getan? Was war in den letzten Jahren Vorgefallen? Wieso fiel es ihr wieder so leicht zu töten?
"Ich ertrage deine Wut und dieses zickige Getue deinerseits nicht mehr!" fauchte Methos böse, bemüht die Worte glaubhaft zu gestalten.
"Was willst du damit sagen?!", fragte Vistin und eine Mischung aus Angst und Zorn schwang in ihrer Stimme mit.
"Das alles hängt mir zum Halse heraus, ich gehe!", zischte Methos und drehte sich unnatürlich langsam um. Ein leises Lächeln umspielte seine Lippen und er wartete gespannt auf die Reaktion seiner Nichte. Schon allein der Gedanke, er würde sie jetzt verlassen, hatte sie schon immer rasend gemacht.
"Du kannst nicht gehen?!"
Methos drehte sich wieder zu ihr um. "Eigentlich hast du recht. So kann es nicht weitergehen und bei dem Gedanken, nur noch über dich siegen zu müssen, bevor ICH der letzte bin, wird mir richtig warm ums Herz. Also?", fragte Methos und zog sein Schwert.
Vistin nickte. Sie hatte es immer geahnt, seit dem Tag als er auf dem Mutterschiff aufgetaucht war, wusste sie, dass er falsch spielte. Die Unsterbliche zog ihr Schwert und wartete auf den ersten Angriff.

Da'an, Liam und Augur ging auf der Hafenstraße Richtung Pier, als sie Schwertergeklirre vernahmen. "Was ist denn das?!", fragte Liam und beschleunigte seinen Schritt.
Die anderen beiden sahen sich nur fragend an und folgten ihm so schnell wie möglich, denn Liam rannte inzwischen.
Nicht Lili, bitte lass es nicht Lili sein., schoss es ihm bei jedem Schritt tausendfach durch den Kopf.
Als er den Kampfschauplatz erreichte atmete er hörbar auf, doch als er die beiden Gestalten erkannte, gefror das Blut in seinen Adern. Das war also ihr Plan gewesen. Die beiden so zu entzweien, das sie sich früher oder später gegenseitig die Köpfe abschlugen.
Vistins Lage war schlecht. Methos hatte sie bereits mit einigen gekonnten Kombinationen in die Engegetrieben und nun stand sie auch noch mit dem Rücken zu Wand. Er wollte gerade zum letzten Schlag ansetzten, als ihre Augen grün aufleuchteten und der allseits bekannte, grässliche Todesnebel auftauchte, die beiden Kämpfenden fast vollständig einhüllend.
Doch dieses mal war Methos vorbereitet. Vistin wollte ihm gerade einen Dolch in die Brust rammen, doch er konnte noch zurückspringen und somit seinem sicheren Ende entgehen.
Am anderen Ende des Schauplatzes erschienen nun auch Augur und Da'an, zwar völlig außer Atem, doch sie kamen nicht umhin ihrer Überraschung mit einem lauten Keuchen Ausdruck zu geben.

Dojo

"Hallo? Wo sind Sie? Lili?!", rief Renee, als sie in den Trainingsraum des Dojos kam. Lili stand im Arbeitszimmer und drehte sich hastig zu ihr um.
"Ich sagte doch, sie sollen mich nicht hier aufsuchen!"

"Ja, aber da draußen gibt's gleich ein großes Feuerwerk!"
"Was?!", schrie Lili, schnappte sich ihr Schwert und drängte Renee zur Tür hinaus.
Am Kampfplatz angekommen, konnte sie gerade erkennen, wie Methos vor Vistins Schwerthieben in die Knie ging. Aber nicht lange dort verharrte, sondern sich mit einem heftigen tritt nach Vistins Kniekehle einige Augenblicke Luft verschafft. Er drehte sich zu Lili um und nickte ihr zu. Lili atmete tief ein, er war also wieder der alte, na hoffentlich würde ihm noch genug Kraft bleiben, um Vistin den Garaus zu machen. Falls er versagen sollte, würde sie es tun.
Methos wandte sich wieder Vistin zu, die sich gerade aufgerappelt hatte und einen schrillen Schrei ausstoßend auf ihn zustürmte. Er reagierte mit einigen hastigen und unkontrollierten, aber lange trainierten, Bewegungen auf ihren Angriff und drängte sie wieder einige Meter zurück.

Liam stutze als er Lili erkannte, die mit gezogenem Schwert starr wie eine Saalsäule am anderen Ende des Platzes stand. Na hoffentlich bemerkten Augur und Da'an sie nicht.
Plötzlich zupfte Augur Liam an der Jacke und weiß mit starr aufgerissen Augen auf das andere Ende des Kampfplatzes, kurz: es war schon zu spät.
Da'an, der auf der anderen Seite von Liam stand, zerrte beinahe hysterisch an Liams Jacke. Dieser stöhnte nur. "Ja, Lili ist unsterblich und wird Vistin köpfen, falls Methos versagt. Okay?!"
Da'an drehte sich entrüstet zu Liam um. "Sie haben mich belogen?"
"Ja, verdammt, genauso wie ich Augur auch belogen habe. Zufrieden?! Und lasst jetzt endlich meine Jacke los?"

Der Boden vibrierte plötzlich. Der gründe Nebel begann sich zu verformen, schien plastisch zu werden. Methos keuchte. Dieses Zeug schien ihm in die Lungen zu fließen und raubte ihm die Luft zum Atmen. Er ging in die Knie und starrte Vistin hilflos an. In ihren Augen glomm Mitleid, aber dann erinnerte sie sich wieder an seine Worte und sie war sicher, ihn töten zu müssen. Vistin ließ ihr Schwert niedersausen und Methos erwartet nun nach 5000 Jahren sein Ende.

Kurz vor seinem Hals hielt sie plötzlich Inne. "Nein." Ihre Stimme klang ruhig und doch angespannt. "Nein, ich kann es nicht tun." Methos riss die Augen überrascht auf. Vistin trat einige Schritte zurück, ihr Gesicht schien völlig ausdruckslos. "Aber ich kenne jemanden der darauf brennt es für mich zu erledigen." Sie schloss die Augen und lies den Griff ihres Schwertes los. Wie von Geisterhand blieb die Waffe in der Luft hängen. Die Umgebung schien Substanz zu verlieren, der Nebel verdichtete sich, sammelte seine Kraft um Vistin herum, die bewegungslos und mit geschlossenen Augen vor dem Schwert stand. Wie Elektrizität geladen schien die Luft zu knistern. Plötzlich riss Vistin die Augen auf, grüne Pupillen schnitten durch den Nebel, im selben Augenblick griff eine Hand aus dem Nichts nach dem Schwert und materialisierte im grünem Schimmer des Nebels. Kronos.

Methos schluckte und sprang entsetzt zurück, als er ihn erkannte.

Kronos sah Vistin an, welche wie in Trance da stand und starr nach vorne blickte, küsste sie auf die Wange und sagte: "Gut gemacht meine Prinzessin."

"Du bis ein elender Feigling!" Zischte Kronos während er Methos umkreiste. "Du hast es nicht mal gewagt dich persönlich gegen mich zu stellen. Aber dank meiner kleinen Vistin wird die Rache mein sein. Wir werden wieder vereint sein Bruder." Kronos grinste "Und diesmal wird es auf ewig sein."

Die Schwerter klirrten, doch nicht Kronos hatte wie erwartet die Oberhand, sondern Methos, der besser kämpfte als je zuvor.

Das ist nicht real. Er ist tot, also kann er dir nichts anhaben. Und wieso kämpfst du dann gegen ihn, du Demlack?!, ertönte der Tod in ihm. Ja, er hat recht, also lass ihn doch auf dich einschlagen, er könnte dir theoretisch nichts anhaben!, rief diese Stimme wieder. Ja, und wenn nicht? Das Schwert welche er führte war sehr real. Du willst doch ebenso leben wie ich?, sagte er zu sich selbst. Na und? Was soll's? 5000 Jahren waren eine lange Zeit und wir hatten Spaß, riskier's! Lili wird's schon richten. Methos grinste. Wie immer hatte er recht. Aber wer von ihnen würde das Schwert führen. Er war die letzten Monate in eine Art Trance gefallen, hatte ihm das Terrain überlassen, in der Hoffnung, er würde Vistin so provozieren, das sie den Kampf beginnen würde. Und er hatte es getan, aber Methos hatte nicht von ihm erwartet, das er mitten im Kampf das Handtuch schmeißen würde und sich freiwillig zurückzog. Ja, und dann war da Vistins Schwert über ihm und Kronos, der ja eigentlich nicht existieren dürfte.

Methos keuchte. Er würde den Angriffen seines Bruders nicht mehr lange standhalten. Das Beste war, seinem anderen Ich zu folgen und einmal in seinen Leben zu tun, was dieser Mistkerl laberte. Methos ließ sein Schwert sinken, stellte sich starren Blickes direkt vor Kronos und sagte. "Du bist nicht real, du bist tot, also verschwinde!"

Kronos aber lachte nur auf. "Wenn ich nicht real bin, wie könnte ich dann dies tun!", sagte er und ritze eine tiefe Fleischwunde in Methos Schwertarm. Dieser zuckte zusammen und verfluchte den inneren Tod. Aber er war jetzt nicht bereit aufzugeben. Die einzige Möglichkeit war immer die richtige.
Also redete er weiter, Kronos wäre nicht real und solle endlich verschwinden.
Dieser lachte wieder nur auf, brüllte Vistin etwas unverständliches zu und wollte Methos endlich den Kopf abschlagen.
Das Schwert schwang empor, Methos sah es im grünem Licht aufblitzen, hörte es durch die Luft sausen. Es klirrte, das Schwert mit der geschwungenen Rose am Griff tänzelte über den Boden bis es endlich zu liegen kam. Kronos war verschwunden und Methos begann die Umgebung wieder war zu nehmen. Er hörte ein leisen Schluchzen und Stöhnen. Als er seinen Blick um sich schweifen lies entdeckte er Lili die völlig unschlüssig da stand. Ihr Schwert lag am Boden und in ihre Hände waren so geformt als hätten sie erst eben was in ihnen gehalten, neben ihr stand Renee, der Revolver noch immer auf Vistin gerichtet, welche zitternd am Boden saß und gegen den Tod ankämpfte, Blut durchtränkte ihre Kleider. "Ich wusste nicht ..... wegen einmischen und so ...." Stotterte Lili während sie versuchte ihr Schwert wieder fest zu fassen.

Methos ging auf Vistin zu und blickte auf das blutige etwas nieder, sie hatte den Kopf auf die Brust gesenkt und ihre Hände waren zu Fäusten geballt, Methos betrachtete sie unendliche 3 Sekunden bis er endlich feststellte das sie weinte. Etwas in ihm wollte sich bücken und sie in die Arme schließen, doch er tat es nicht. Statt dessen hob er das Schwert. "Es tut mir unendlich Leid Vistin." Flüsterte er mehr zu sich als zu ihr.

Wind kam auf und ein Gewitter braute sich über ihnen zusammen. Blitze durchzuckten die Nacht und trafen sich in Methos'. Methos schrie, als ihn der erste Blitz durchstieß, ein weiterer folgte. Ein grüner Wirbelsturm hob sich aus Vistins totem Körper und suchte seinen Weg zu Methos. Dieser schrie im Sturm tauchten vier mit erhobenen Schwertern reitende, Gestalten auf. Sie ritten auf ihn zu und schrieen ihm Worte in einer fremden Sprache entgegen. Methos aber konnte sie nicht hören, seine Gedanken galten Vistin und seinen Freunden.
Die Blitze wurden weniger, die Reiter verblassten und Methos sank schließlich völlig entkräftet zu Boden.

Lili rannte auf ihn zu und fiel neben ihm auf die Knie. "Werde ich den Revolver noch mal brauchen?"

Methos stutze. "Den Revolver? Ach. Ich denke nicht. Versprich mir nur eines?"
Lili lächelte. "Was denn?"
"Pass auf, das dieses Energiewesen dahinten bei keinem Quickening mehr anwesend ist.", stöhnte Methos und deutete auf Da'an, der rauchend und aus allen Körperöffnungen qualmend auf Lili zu wankte und weitaus schlechter aussah als Methos.
"Ups."
"Sie werden mich vorher warnen, wenn sie so etwas wiedereinmal vorhaben, Methos!", fauchte Da'an und ging zielstrebig auf Lili zu. "Und mit Ihnen, Captain Marquette, habe ich ein ganz besonderes Hühnchen zu rupfen."

Plötzlich vibrierte der Boden und Sandoval starrte zufrieden zum Himmel. Liam und Augur, die sich auch gerade dazu niedergelassen hatten, Methos zu gratulieren, starrten ebenfalls in den Nachthimmel.
Renee meinte nur beiläufig. "Darf das Mutterschiff eigentlich so nah an der Erdatmosphäre schweben?"
Da'an stöhnte. "Das, meine Freunde, ist ein Sokarakreuzer der Jaridians."
Sandoval nickte. "Wir stehen auf der gleichen Seite, wie der Widerstand."
Alle starren ihn plötzlich an.
"Sie haben das also ausgeheckt, Sandoval?", fragte Liam.
Sandoval nickte zufrieden.
"Wir werden ja sehen, ob die Jaridians besser sind als die Taelons."



Ende



Ganz besonderer Dank geht nochmals an VisTina, die sich die Mühe gemacht hat, unseren eigentlichen letzten Part von Teil 9 so radikal über den Haufen zu werfen, das etwas ganz besonderes entstanden ist, für das ich ihr nur danken kann. Trotz ihrer Anregung habe ich mich gehütet, ihre wunderbaren Veränderungen auch nur im Grundsatz anzuzweifeln und habe sie mit Freuden übernommen. Danke, VisTian. Wirklich vielen Dank, denn eigentlich wurde diese Geschichte nicht von Ghani und mir, sondern auch noch von dir mitgeschrieben, ohne dich wäre sie, glaube ich, nicht so gut geworden. Besonders den Schluß, wie du ihn dir vorgestellt hast, mag ich sehr.

Danke, an all die anderen, die mehr als ein halbes Jahr lang diese Geschichte durch sämtliche Rechtschreibprogramme gejagt haben und uns somit sehr geholfen haben.

Sala und Ghani